Wenig kontrovers

Ich habe zuletzt mal wieder ein Wrestlingbuch gelesen. Eric Bischoffs Werk „Controversy creates cash“ beschreibt die Sicht der Dinge des Autoren auf den Aufstieg und den Fall der WCW in den 1990er Jahren.

Ein kleiner Teil, der aber durchaus interessant ist, beschreibt den Werdegang von Eric Bischoff. Danach ergötzt sich Bischoff ausführlich am Aufstieg von World Championship Wrestling, an dem er einen wichtigen Anteil hatte. Schneller und knapper handelt er die Zeit ab Mitte 1998 ab, als der steile Sinkflug des ehemaligen Marktführers begann. Lücken- und sprunghaft geht er über diese Phase hinweg, um dann noch einmal seine WWE-Karriere zu besprechen.

Eric Bischoff spart nicht mit Kritik. Diese richtet er aber nicht an sich selbst, an andere Akteure des Geschäft, sondern an die Schreiber von Newslettern, Webseiten und ähnlichen Medien, die über das Geschäft berichten. Das ist schade, weil dadurch auch häufig von spannenden Themen abgelenkt wird. Wie beschrieben ist gerade der Fall der WCW, die damit verbundenen Versäumnisse und die Entwicklungen darum als Themenblock viel zu kurz gekommen. Gerade dort hätte Bischoff interessante Einblicke hinter die Kulissen geben, Selbstkritik üben und vielleicht auch dreckige Wäsche waschen können. Das tut er aber nicht.

So bleibt ein ordentliches Buch, das natürlich sehr subjektiv erscheint. Historisch interessant erfährt der Wrestlingfan einiges aus dem Geschäftsteil des Geschäfts, besonders aus der Aufstiegsphase der WCW. Das sind Einblicke, die sonst eher selten zu finden sind. Natürlich stellt Eric Bischoff sich ins rechte Licht, so dass ich jedem geneigten Fan „The Death of WCW“ als Korrektiv ans Herz legen möchte.

Letztlich darf man auch nicht vergessen, dass dieses Buch unter der Regie von WWE Inc. geschrieben wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch auch einige Passagen milder ausfallen, als ein unabhängiger Eric Bischoff sie eigentlich geschrieben hätte.

Als letzten Kritikpunkt muss ich äußern, dass mir nach der Lektüre nicht unbedingt klar war, warum das Buch den Titel „Controversy creates cash“ trägt. Ein roter Faden der Kontroversen zieht sich leider nicht durchs Buch. Das ist zwar nicht dramatisch, aber meine Erwartung an das Buch hat der Titel bestimmt. Und diese Erwartungen wurden trotz des im ganzen guten Werks enttäuscht.

Mein Gesamturteil: 3 von 5 Sternen – gut zu lesen mit einigen Schwächen und Einschränkungen

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