Köln war eine Reise wert

Freitag Abend war es soweit.

Mit dem Bloggerkollegen Magnus begab ich mich auf die lange Reise nach Köln, um die Wrestler von WWE SmackDown! live und in Farbe zu sehen. Erwartungsgemäß waren die letzten zehn Kilometer die zähesten, aber letztlich sind wir heil angekommen.

Dabei zeigte sich gleich der große Vorteil eines Premium-Tickets. Es gab eine Parkkarte, so dass wir gleich einen Parkplatz sicher hatten. Vom Parkplatz war es nicht weit entfernt zu einem Empfangsraum, bei dem ich dachte, ich wäre in einem Etablissement des horizontalen Gewerbes gelandet. Rote Polstermöbel, rotes Licht und eine attraktive Dame empfingen uns, um uns den Weg ins Restaurant „Backstage“ zu weisen.

Dort angekommen konnte man schon vor Beginn der Show feststellen, dass der Erwerb der Premium-Tickets eine gute Investion war. Nachdem wir einen Platz gefunden hatten, durften wir uns an einem ganz tollen Büffet schadlos halten. Herrlich zarte Schweinelendchen, gute Semmelknödel oder Latte-Macchiato-Törtchen bedeuteten einen tollen Start in einen – soviel sei vorwegnommen – gelungenen Abend. Die Getränke dazu gab es kostenlos. Da ich fahren mußte, konnte ich nicht wie Magnus gleich drei Kölsch in fünfzehn Minuten trinken, aber ich hätte sowieso lieber Bier getrunken.

Unser Platz vor dem Restaurant lag direkt über dem Entrance, bot also einen direkten Blick auf den Ring. Zwar konnte man die Wrestler beim Einzug erst spät sehen, aber der gute Blick entschädigte dafür.

Pünktlich um 19:30 startete die Show mit dem Opener Tyler Reks vs. MVP. Ich will hier nicht die Ergebnisse wiederholen, die jeder im halben Internet nachlesen kann, sondern eher meine Eindrücke wiedergeben. Es war sicherlich sehr schlau von WWE Inc., den Opener von Nürnberg zu verändern. Dort hatte Reks gegen Kaval gekämpft, was im Angesicht der relativen Unbekanntheit der beiden das Publikum schwerer mitnehmen dürfte. MVP war sehr over, so dass das Publikum vom ersten Moment dabei war.

Drew McIntyre hatte gegen Kaval so seine Probleme, als Heel rüberzukommen, da er deutlich bekannter als sein Gegner war. Er mühte sich redlich, konnte aber nicht verhindern, dass er bejubelt wurde.

Auf jeden Fall waren die ersten beiden Matches richtig gut, so dass die Grundstimmung schon mal super war. Der anschließende Fatal-Four-Way um den IC-Titel war ein ordentliches Match, in dem der Publikumsliebling Kofi Kingston die meiste Arbeit leistete.

Danach hätte es kritisch werden können, denn ein Divenmatch stand auf dem Programm. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass ich den WWE-Diven nicht viel abgewinnen konnte. Aber: Natalya hat echt Talent und konnte auch Layla zu einem erträglichen Match führen. Auch wenn Layla durch eher lächerliche Aktionen auffiel (Gymnastikballübungen, einen Aufgabegriff, der „sehr merkwürdig“ aussah), kippte meine Stimmung nicht.

Ein kurzes Intermezzo von Sheamus und Edge führte zu einem Tag-Team-Match zwischen Sheamus & Alberto del Rio und Edge & Rey Mysterio. In diesem Match machte Rey die meiste Arbeit, das tat er aber gut. Nach ihrem Sieg nahmen sich Edge und Rey sehr viel Zeit bei ihrem Auszug, die Fans abzuklatschen, Fotos machen zu lassen und Autogramme zu schreiben. So gehört sich das bei House Shows.

Nach einer recht kurzen Pause von zehn Minuten kam dann endlich der Moment, auf den ich mich so sehr gefreut habe. Bret Hart betrat die Arena, um als Partner der Hart Foundation gegen Nexus anzutreten. Ein wirklich toller Moment, da ich leider vorher noch nie Bret Hart live gesehen habe. Leider sieht man dem Hitman seine angeschlagene Gesundheit sehr an – er hinkte leicht und seine Körperhaltung sah auch nicht gut aus. Tyson Kidd machte die meisten Arbeit, aber auch Bret Hart arbeitete ein wenig. In meinen Augen war der Hitman sogar aktiver als bei seinem Wrestlemania-Match gegen Vince McMahon. Dass er sein Match mit dem Sharpshooter beendete, krönte diesen Auftritt.

Jack Swagger und Chris Masters bekamen zum Glück nur wenig Zeit, so dass Masters limitierte Fähigkeiten kaum ins Gewicht fielen. Ein seltsamer Semi-Main-Event, der so ein bißchen zum Runterkommen geeignet war, aber zumindest nicht schlecht.

Als John Cena zum Main Event gegen Kane herauskam, bebte die Halle. Wirklich. Ich habe nur bei Steve Austin und dem Undertaker einen ähnlichen Pop erlebt, das war wirklich unglaublich. Ich weiß nicht, was die Leute an John Cena gefressen haben, aber der Erfolg gibt ihm offenbar recht.

So richtig habe ich am Ende des Main Events nicht verstanden, warum The Nexus eingriffen, als ihr unfreiwilliges Mitglied John Cena gerade dabei war, das Match zu gewinnen, aber WWE Inc. war ja noch nie so bekannt für logische Handlungen.

Tortz dieser Logiklücke wurden die Fans glücklich heimgeschickt, als einige Faces noch ihre Finisher zeigen durften und sich viel Zeit bei ihrem Auszug nahmen.

Als Fazit bleibt stehen, dass der Abend rundherum klasse war. Das Büffet war super, die Plätze gut und es gab zweieinhalb Stunden richtig gutes Wrestling. Kein einziges Match war richtig schlecht, was bei meinen bisherigen House-Show-Besuchen leider nicht so war. Alle Wrestler haben gute Arbeit geleistet und sich wirklich reingehangen, um die Zuschauer zu unterhalten. Da ist es wirklich schade, dass die Lanxess-Arena weit entfernt von „ausverkauft“ war.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich bei der nächsten  Tour eine Karte zu besorgen. Am Freitag in Köln war die Show wirklich jeden Euro wert.

Tipp: Mitfahrer Magnus hat in seinem Bericht ein paar Bilder und Videos vom Event.

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