Krieg am Montag – Spaß am Dienstag

Am 4. Januar gibt es eine vorerst einmalige Neuauflage des "Monday Night War". Zumindest, wenn es nach den Wünschen der TNA-Offiziellen geht, die für diesen Tag ein dreistündiges Live-Impact in den Ring werfen, dessen Hauptattraktion das On-Air-Debüt des Godfathers of Wrestling, Hulk Hogan, ist.

Gleichzeitig gibt es viele Gerüchte, wer neben dem Hulkster sein Debüt im sechseckigen Ring geben wird (, sofern dieser nicht der kreativen Macht des Hulksters zum Opfer fällt). Ric Flair gilt nach seiner Hulkamania-Tour als ziemlich sicherer Kandidat, Rob Van Dam wird auch heiß gehandelt. Dazu läßt der Gewinn eines Tag-Team-Titleshots durch Kevin Nash die Spekulation sprießen, dass Scott Hall und/oder Sean Waltman ihre Rückkehr zu TNA feiern könnten.

Betrachten wir es realistisch: Ric Flair ist ein alter Mann, der nur noch für einen schönen Abschied von Sting seine Berechtigung hätte. Rob Van Dam wäre nur ein weiterer ehemaliger WWE-Midcarder, der bei TNA in den Main Event gepusht würde. Scott Hall ist leider nur noch ein Schatten, ein armer, kranker Mann, der in der Vergangenheit viel verbrannte Erde hinterlassen hat. Und Sean Waltman? Naja, X-Pac-Heat ist ein geflügeltes Wort geworden. Und sollte jemand auf die Idee kommen, die nWo oder die "Kings of Wrestling" neu beleben zu wollen – wir schreiben bald das Jahr 2010..

Ich bin mir sicher, dass WWE Inc. das Treiben bei TNA mit ausreichender Gelassenheit sieht. Klar: Hulk Hogan hat einen großen Namen und es ist als sicher anzunehmen, dass er zumindest kurzfristig einen kleinen Rating-Boost für TNA schafft, aber auf lange Sicht muss TNA mehr als ein paar Namen zu bieten haben. Und da sieht es halt schlecht aus, schließlich sind mit Eric Bischoff, Vince Russo, Kevin Nash und Hulk Hogan gleich vier gewichtige Gründe für den Niedergang der WCW bei TNA versammelt. Das läßt nicht gerade hoffen. Zudem sind die Storyline-Ideen für Hogan, die man im Internet so liest, nicht gerade die Offenbarung: eine Neuauflage von "New Blood" vs. "Millionaire´s Club" ist nicht gerade die geniale Idee.

Und um ganz sicher zu gehen, dass es am 4. Januar keine böse Überraschung gibt, scheint WWE Inc. auch noch einige Pfeile im Köcher zu haben. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft, sei sie auch noch so schwach. Schon lange schwirrt im Internet das Gerücht, The Rock könnte die RAW-Ausgabe am 4. Januar als Guest Host leiten. Das scheint zwar eher unwahrscheinlich, aber das würde sicherlich TNA einiges an Wind aus den Segeln nehmen.

Ein weiterer Pfeil auf der Sehne des WWE-Bogens scheint kein geringerer als Bret "The Hitman" Hart zu sein. So verdichten sich die Gerüchte, dass der Kanadier einen Vier-Monats-Vertrag mit WWE Inc. unterschrieben hat, beginnend just am Tag des neuerlichen Montagskrieg. Wenn das stimmt, hätte WWE Inc. eine kaum zu schlagende Geldmaschine an der Hand. Wenn Vince McMahon und Bret Hart ihre Egos und ihre Differenzen tatsächlich beiseite schieben könnten und eine On-Air-Fehde vor dem realen Hintergrund des Montreal-Screw-Jobs starten würden, die in irgendeiner Form von Wrestlemania-Event gipfelt, könnte wir gleich zu Beginn des Jahres die Fehde des Jahres sehen. Da sind zwar viele Konjunktive drin, aber als Wrestlingfan hoffe ich doch sehr darauf.

Sollten also The Rock und/oder Bret Hart tatsächlich am 4. Januar die Waffen der WWE sein, dürfte es schwer werden, überhaupt von einem Montagskrieg zu sprechen. Für Vince McMahon hieße die Quotenanalyse am Tag danach "Spaß am Dienstag". Andererseits setze ich als Fan doch ein wenig Hoffnung in diesen Montag. Auch wenn ich skeptisch bin, so gönne ich TNA den Erfolg. Und sei es nur, dass es für mehr Wettbewerb um uns Zuschauer sorgt. Denn wir Fans wären gerne wieder die großen Gewinner der Montagskriege.

7 Gedanken zu „Krieg am Montag – Spaß am Dienstag“

  1. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf diesen 4. Januar.
    Nicht zuletzt, weil ich an diesem Tag Geburtstag habe!
    Um nicht zu sagen: „Das ist ja als, würde mein Geburtstag mit der Reunion der nWo und der Rückkehr von Bret Hart und The Rock zusammenfallen!“

    Aber, man bedenke: Vorfreude ist die schönste Freude! Beide Wrestlingtverbände haben vermutlich endlich geschnallt, dass sie es nicht geschafft haben, junge neue Stars zu etablieren und greifen auf bekannte und beliebte Gesichter zurück. Hoffentlich endet das Ganze nicht in einer Riesenenttäuschung! Nicht selten habe ich in meinem Kopf bessere Storylines und Rückkehren kreiert, als sie dann tatsächlich von den Kreativen der Wrestlingverbände umgesetzt wurden.
    Ich hätte auch eine tolle Idee für die Rückkehr von Michael Schumacher: Vier Helikopter fliegen ihn im Mercedes sitzend unter Feuerwerk auf den gummibefahrenen Ring ein!
    Hoffentlich befestigen die die Gurte besser als bei Owen Hart!

    2010 wird auf jeden Fall interessant.

  2. Auf der einen Seite ist es ja schön, bekannte und beliebte Gesichter wiederzusehen, aber auf der anderen Seite ist es für die Zukunft zwingend notwendig, neue und frische Wrestler an die Spitze zu bringen. TNA hat da eigentlich einen Riesenvorteil mit hochtalentierten Leuten wie Daniels, Samoa Joe oder AJ Styles, haben aber mit Christian, Sting, Kurt Angle, Mick Foley und weiteren Altstars seit ca. 2006 diesen jungen Leuten etablierte Leute vorgesetzt, die ihnen den Spot nehmen. So kann man auch nicht vorwärts kommen. WWE hat dagegen kaum Anstrengungen unternommen, neue Gesichter langfristig im Main Event zu etablieren. Zaghafte Versuche mit Jeff Hardy und CM Punk sind dank des halbherzigen Bookings im Sande verlaufen.
    Interessant wird der 4. Januar allemal: auf der WWE-Homepage ist der Platz für den Guest Host an diesem Tag noch frei, während die Guest Hosts für weitere Wochen schon bekannt sind.
    Und was deine Angst vor Enttäuschungen angeht: sollte WWE tatsächlich Bret Hart aus dem Hut zaubern, kann kaum was schiefgehen. Bei TNA ist die Fallhöhe deutlich größer, zumal der Laden ja bei weitem nicht so gefestigt ist wie WWE. TNA kann ganz schnell wirtschaftlich weg vom Fenster sein, bei WWE müssen wir da keine Angst haben, auch wenn man vielleicht die Fans ein weiteres Mal mit schlechten Storylines enttäuscht.

  3. Das Bret Hart zur WWE zurück kommt halte ich für sehr unwahrscheinlich, da er sich in Interwies in diesem Jahr immernoch sehr negativ zur WWE geäußert hat, aber wenn er wirklich eine Fehde gegen Vince startet, wäre dass natürlich extrem genial.
    Auch finde ich, dass bei der WWE erste Anzeichen von Nervosität zu sehen sind, da man sowohl den WWE als auch den Intercontinetal Gürtel an Newcomer ohne den wirklich Aufbau eines Charakters gegeben hat, auf mich wirkte das ein bisschen gezwungen, als ob man auf Teufel komm raus nun neue Gesichter in der Highcard haben will.
    Auf kurz oder lang wird TNA meiner Meinung nach allerdings unterliegen, da sich die Liga ja durch ihre durchaus sehenswerten Matches und nicht durch Storylines bei den Fans beliebt gemacht hat. Wenn man nun auf alte wrestler setzt, die zwar Promos bieten wie kein zweiter, aber einfach nicht mehr die erforderliche Leitung im Ring bringen, dann ist das der sichere Untergang von TNA.

  4. Es war die Nacht des 4. auf den 5. Januar. Draußen lag die Welt unter Schnee und alle Menschen lagen in ihren warmen Betten. Alle Menschen? Nein, ein kleines Geburtstagskind hatte bereit all seine Gäste verabschiedet und wartete nun auf sein Geburtstagsgeschenk von Dixie Carter und Vince McMahon.

    Ich habe also die Monday Night Wars verfolgt und einige großartige Momente erlebt, die meineBegeisterung für das Wrestling nach einer langen Durststrecke wieder entfacht hat.

    Bret Hart kehrt in die WWE zurück. Das allein bringt mir „goosebumps allover my body“. Eine Konfrontation mit Shawn Michaels ist unausweichlich. Und tatsächlich, der Hitman ruft ihn heraus und steht ihm gegeüber. Aber er will ihn nicht verdreschen, sondern das Kriegsbeil begraben, „burry the hatchet“. Es gab in dieser Promo zwei gescriptete Passagen, nämlich als Bret Vince vorwirft, ihn nicht schon früher habe zurückkehren lassen. Das soll natürlich eine Fehde der beiden vorantreiben. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass die beidensich tatsächlich alles von der Seele gteredet haben,völlig ungescriptet. Zum Schluss steht Bret in der perfekten Sweet-Chin-Music-Position, aber Shawn umarmt ihn. Der Momen des noch frühen Wrestlingjahres.

    Bei TNA habe ich meinen alten Lieblingswrestler Scott Hall wiedergesehen, was mir gut gefiel. Klar, er ist alt geworden, etwasfetter, aber immer noch die coolste Sau im Sports Entertainment. Die Show, die von Rückkehrern und alten Helden lebt, beginnt mit einem Kracher: Jeff Hardy! Das macht mich ein wenig traurig, denn ich hätte ihn nach dem Drogenskandal gerne wieder bei WWE gesehen. Die Frage ist nur: hätten sie ihn wieder genommen? Weitere Rückkehrer und Neuankömmlinge waren: Val Venis, die Nasty Boys (natürlich!), Eric Bishoff, die Outsiders (YEAH!), der WCW-The-Crow-Sting, Bobby „Lindsay“ Lashley, Tyson Tomko (maskiert) und, es war zu erwarten: Ric Flair. Von ihm bin ich enttäuscht. Noch mehr als von Jeff Hardy. So einen Abschied, wie er ihn bei WWE hatte, hat vorher noch niemand bekommen! Statt in einer On-Air-Rolle bei WWE zu agieren, geht er zur Konkurrenz. Sau! Hab ich einen vergessen? Ach ja, Hulk Hogan. Seine Rückkehr hat mich nicht gefesselt. Kein Vergleich zu Bret. Und der größte Hohn: er wirft Jeff Jarrett vor, die jungen Talente unten zu halten. Also, so wie es früher bei WCWwar, nur ebenjetzt mit vertauschten Rollen, denn damals war Hulk in dieser Rolle und Jeff Jarrett an Hogans Stelle.

    Wenigstens hat TNA es geschafft, eine Sendung so aufzubauen, dass man tatsächlich nächste Woche wieder einschalten möchte. Vor allen fehlen noch ein paar Leute, die angekündigt waren: Sid, Ken Anderson und RVD. Einige offene Fragen sind geblieben und man möchte wissen, wie es weitergeht. Das hat WWE aber nun auch geschafft. Wir schlauen Marks wissen ja, dass eine Fehde zwischen Bret und Vince geplant ist, die bis WM XXVI gehen soll. Wer weiß, vielleicht spielt die DX ja auch noch mit, nur mit unerwarteten Positionen: Shawn an der Seite Brets, und HHH an der Seite seines Schwiegervaters.

    Alles in alem ein furioser und gelungener Wrestling-Jahresauftakt!

  5. Ich habe ja zwei ausführliche Artikel mit meiner Meinung geschrieben, daher nur kurz ein paar Worte zu deiner Hoffnung, Sid, Ken Anderson und RVD auch noch bei TNA zu sehen.

    Ich weiß nicht, ob TNA sich mit diesen Verpflichtungen wirklich hilft. Es laufen schon ein Dutzend neuer Gesichter dort herum und so viel können die drei auch nicht helfen. Mr. Anderson ist ein bei WWE Inc. gescheiterter Midcarder und dürfte in die Kategorie „Orlando Jordan“ oder „Val Venis“ fallen – Leute, die TNA nicht auf ein höheres Level helfen.

    RVD wird, was seine Zugkraft angeht, deutlich überschätzt. Er war zwar in der ECW ein großer Star, aber bis auf eine kurze Phase am Ende seines Runs bei WWE Inc. auch nur ein Midcarder. Zudem liest es sich eher lustlos, was RVD an Vorstellungen für sein Engagement hat.

    Bliebe Sid, der aber offenbar unter einer schweren Bizepsverletzung leidet, die er sich bei der AWR-Tour zugezogen hat. Er ist ein echter Main Eventer und scheinbar in überraschend guter Form, wenn man nach den Videos aus Turnhallen geht, die man bei YouTube findet. Doch auch er ist 50 und somit ohne große Zukunft.

    Daher hielte ich es für besser, wenn TNA erst einmal auf die Verpflichtung dieser und anderer Altstars verzichten würde. Man hat soviele neue und alte Gesichter, die man erst einmal vernünftig einsetzen sollte.

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