Rückblick auf Montag: RAW

Der lang erwartete Montag ist vorbei, die beiden Shows sind Vergangenheit und es wird Zeit, ein Fazit dieses Abends zu ziehen. Um diesen Artikel nicht zu umfangreich zu gestalten, betrachte ich beide Shows in separaten Artikeln. Den Anfang macht der Platzhirsch WWE Inc. mit seiner Montagssendung "RAW".

Um das Fazit vorwegzunehmen: RAW war .. belanglos.

Während die Kollegen bei TNA sich wirklich alle Mühe gaben, besondere Aufmerksamkeit auf ihr Produkt zu lenken, hatte RAW nur eine besondere Attraktion: Bret "The Hitman" Hart.

Bret Hart war über zwölf Jahre nicht Teil der regelmäßigen WWE-Shows, er schied damals im Unfrieden aus der Promotion: es wäre also alles für eine bombastische Storyline bereit gewesen. Aber daraus gemacht hat man leider nicht viel..

Der Einzug des Hitmans war einer dieser gut inszenierten Gänsehautmomente. Solche Dinge beherrscht WWE Inc. wie wohl kaum eine andere Organisation im Showgeschäft. Aber schon Harts erste Promo überzeugte mich nicht besonders. Bret Hart war in seiner ganzen Karriere ein bestenfalls überdurchschnittlicher, aber kein herausragender Redner. Ihm aber eine Rede zu schreiben, mit der Bret Hart sich nicht identifzieren kann, war sicherlich der erste Rohrkrepierer. Achtet mal in den Wiederholungen auf Bret Harts Gesicht, wenn er das erste Mal "WWE Universe" sagt. Die Geschichte vom altersmilden Hitman, der seinen ehemaligen Feinden Versöhnung bringen will, mag zwar prinzipiell die richtige Idee für einen langsamen Aufbau einer Fehde sein, paßt aber in keiner Weise zu all dem, was Bret Hart in den vergangenen zwölf Jahren in der Öffentlichkeit von sich gegeben hat. Diesen Unterschied zwischen der öffentlichen Wahrnehmung der Beteiligten und der Darstellung im "WWE Universe" merkt man als Fan, was den Erfolg der Fehde gefährden könnte.

Ähnliches könnte man über das Abschlußsegment sagen, dessen Höhepunkt ein Tritt in die Kronjuwelen des Hitmans war. Hallo? Zwölf Jahre Feindschaft in der Öffentlichkeit und dann folgt ein kleines Pläuschchen mit der absehbaren Heel-Attacke durch Vince McMahon? Das soll alles gewesen sein? Ein sehr unspektakuläres Ende der lang erwarteten Rückkehr des Hitmans.

Den Rest der Show kann man getrost vergessen. Er war nicht schlecht, er war nicht gut, sondern nur ein routiniertes Herunterspulen von Matches und Segmenten ohne besondere Bedeutung.

WWE hat sich entschieden, auf die Herausforderung von TNA nicht gesondert zu reagieren. Das mußte man ja auch nicht, schließlich ist WWE seit Jahren der unbestrittene Marktführer und konnte mit Bret Hart zumindest viel Interesse ziehen. Die Quoten von RAW sind auch sehr gut, so dass man sich nicht als Verlierer fühlen muss – trotz einer sehr durchschnittlichen Show.

Stellt man aber die Frage, ob RAW Lust auf mehr gemacht hat, kann ich für meinen Teil eine klare Antwort geben: Nein.

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