Poison injected

Habe ich noch im Nachhinein TNA als knappen Sieger des Montagskriegs am 4. Januar gesehen, hat man inzwischen in Orlando alles getan, diesem Eindruck entgegenzutreten. Ich weiß nicht, ob Hogan, Bischoff und Russo etwas aus der Vergangenheit gelernt haben, aber die Zahl der Fehler ist schon besorgniserrgend.

  • Man präsentiert am 4. Januar zur Überraschung aller Jeff Hardy. Auch wenn man diesen Pfeil viel zu schnell aus dem Köcher geholt hat, war das schon ziemlich sensationell. Und dann? Seitdem hat man Jeff Hardy bei TNA nicht mehr gesehen, obwohl er mit Sicherheit ein riesiger Zuschauermagnet sein könnte.
  • Orlando Jordan, Sean Morley und die Nasty Boys bekommen TV-Zeit und dürfen Matches gewinnen, während ein TNA-Eigengewächs und -Leistungsträger wie Samao Joe keinen Platz beim PPV hat? WTF..
  • Der sechseckige Ring ist Geschichte. Nicht, dass ich diese Ringform besonders toll fand, aber so war das ganze doch ein Markenzeichen von TNA und ein gutes Abgrenzungsmerkmal gegenüber dem Mitbewerber. Diese Besonderheit leichtfertig aufzugeben, könnte sich noch rächen. Denn im und um den Ring arbeitet TNA immer mehr daran, eine Kopie von WWE Inc. oder gar der WCW zu werden. Da stünde ein Unterscheidungsmerkmal den Jungs aus Orlando nicht schlecht.
  • Schon die WCW hat damit zu knabbern gehabt: man setzt PPV-Matches an, die Leute geben ihr Geld dafür aus und die Matches finden nicht wie angekündigt statt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass einige den letzten TNA-PPV auch wegen der Rückkehr der Outsider (Kevin Nash & Scott Hall) gekauft haben. Und dann findet dieses Match nicht mit Hall, sondern mit Sean Waltman, dessen Beliebtheit und Relevanz gegen Null tendiert, statt. Ärgerlich..
  • Und bei derselben Veranstaltung wird Bobby Lashley aus seinem Match gegen Abyss genommen, um von Mr. Anderson (Kennedy) ersetzt zu werden. Bobby Lashley spricht durch seine MMA-Karriere durchaus ein Publikum an, das man als Wrestling-Organisation gewinnen könnte. Ihn schwach aussehen zu lassen, hilft nicht gerade, neue Zuschauer anzusprechen. Und Mr. Anderson scheint mit seinen Schauspiel-Ambitionen ja nicht gerade der passende Ersatz zu sein, zumal seine Starpower auch nicht gerade die größte ist. Aber halt: er war ja mit Hulk Hogan auf Australien-Tour..
  • Man könnte noch weitere Fehler auspacken: auf der einen Seite wird Mick Foley als Gegner von Bischoff/Hogan aufgebaut, auf der anderen Seite verliert er klar im Ring gegen Kevin Nash; das PPV-Match Styles vs. Angle wurde nicht nur vor dem Match bei Impact geboten, sondern auch danach; wo ist Sting?; den Fans wird tatsächlich vorgeschrieben, nicht zu fluchen und gefälligst an den rechten Stellen zu jubeln; Hall & Waltman werden erst als vertragslos dargestellt und "gefeuert", um dann doch regelmäßig aufzutauchen und Teil des Rosters zu sein;..

Wenn man bedenkt, welches Potential bei TNA liegt, ist es bitter zu sehen, dass Bischoff und Hogan soviel so schnell vor die Wand fahren.

Erinnert sich noch jemand, wie Vince McMahon die Rückkehr der nWo 2001/2 ankündigte? "I am gonna inject poison". Man könnte meinen, dieses Gift in Form von Hogan hätte er nach der WCW auch TNA verabreicht.

Ein Gedanke zu „Poison injected“

  1. Sehe ich größten Teils genauso.

    Nach dem was am 4 Januar an Starpower abgefeuert wurde, war ich echt gespannt, wer der neue (alte) TNA Superstar werden sollte, da man sich für PPV ja eigentlich die ganz großen aufspart, dann mit einem WWE Midcarder zu kommen ist irgendwo schon entäuschend.
    Auch die Tatsache, dass man gleich 2 PPV Matches änderte ( meiner Meinung nach nicht zum guten) und das Main Event

    1. Schon vorher gezeigt hatte

    2. Dann auchnoch so ein schlechtes Ende bookt, obwohl man AJ bei Impact als den besseren darstellt
    Spricht für den Qualitiven verfall.

    LG
    McMoppel

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