Wrestlingblog Subjektives und Spekulatives

10Jan/122

Zurückrudern

Es wird nix mit "Mal wieder Wrestling live sehen..".

Der Veranstalter hat die TNA-Tour durch Deutschland im Angesicht eines schlechten Kartenvorverkaufs abgesagt. Offenbar hat meine einige Tage zuvor gekaufte Karte den allgemeinen Trend nicht stoppen können, so dass ich am 21. Januar abends wieder frei habe.

Ein wenig ärgerlich ist die Absage auf Grund der Tatsache, dass ich nun dem administrativen Ablauf zur Kartenrückgabe ausgesetzt bin.

Dass diese Absage Bände für die Beliebtheit von TNA oder für die Qualität des Produkts spricht, soll nur in diesem Nebensatz erwähnt werden.

7Jan/123

Mal wieder Wrestling live sehen..

Lange habe ich mit mir gehadert und gekämpft, am Ende hat die Vernunft gesiegt.

Meine Pläne, zur TNA-Tour nach London zu fahren, habe ich ebenso ad acta gelegt wie den Plan, nach Neu-Ulm zu fahren. An beiden Orten hätte ich Sting live sehen können, aber letztlich sind beide Termine am letzten Januarwochenende zeitlich und finanziell sehr aufwändig. Daher habe ich mich entschieden, den nächstgelegenen Veranstaltungsort zu wählen. Am 21. Januar fahre ich nach Essen, um dort TNA live zu sehen.

Meine Karte

Meine Karte

Zwei Wermutstropfen gibt es bei dieser Geschichte. Zum einen kann der Veranstalter nicht einmal die Namen der Beteiligten richtig schreiben, zum anderen gibt es nach der momentan Planung in Essen eben nicht Sting zu sehen. Aber ich gehe mal davon aus, dass es trotzdem ein unterhaltsamer Abend wird.

Einen kleinen Moment kam ich heute, kurz nachdem ich die Karte aus dem Briefkasten gefischt habe, noch ins Wanken, da TNA in London nicht nur einfach eine Houseshow durchziehen wird, sondern offenbar eine TV-Show aufnehmen will. Aber die Entscheidung ist gefallen.

Ich werde hier berichten, ob die Veranstaltung eine Reise wert war.

28Dez/110

Erfolg

Erfolg kann man messen. Genauer: man muss Erfolg messen können, sonst ist es kein Erfolg. Was erst einmal banal klingt, könnte für das amerikanische Wrestling zum Problem werden.

Seit Monaten, wenn man genauer hinschaut sogar seit Jahren, sinken die Ratings der wichtigsten Wrestlingorganisation der USA, Vince McMahons WWE. Inzwischen dümpelt man bei Ratings von 3.0 herum, teilweise hat man diese sogar schon unterschritten. Auf diesem Niveau war man zuletzt (wahrscheinlich, habe es nicht geprüft) Mitte der 90er Jahre. Die PPV-Verkäufe stagnieren nicht mehr, sie sinken real, zumindest, was die "normalen" PPVs angeht.

Dieses Ausbleiben von messbaren Erfolg ist umso ärgerlicher, als dass man WWE Inc. in den letzten Monaten nicht vorwerfen kann, immer wieder dieselben Gesichter auf der Mattscheibe ins rechte Licht zu rücken. CM Punk und Daniel Bryan sind aktuelle Champions, mit Dolph Ziggler, Zack Ryder und einigen anderen hat man die Zukunft des Wrestlings nicht nur im Roster, sondern auch schon in den höheren Regionen der Card. Und trotz frischer Gesichter und der großen Mühe, diese over zu bringen, bleibt der messbare Erfolg aus. Oder gerade deswegen?

Natürlich gibt es genügend Stimmen, die dem momentanen Aushängeschild und Champion CM Punk die Schuld für die Quotenmisere zuschreiben. Und es ist schwierig, dagegen zu argumentieren. Denn trotz durchaus innovativ zu nennenden Ideen zur Förderung von CM Punk bleiben die Erfolge in Form von Ratings und PPV-Käufen aus. Oberflächlich konnte CM Punk die in ihn gesetzten Hoffnungen und Erwartung nicht befriedigen. Aber schauen wir mal genauer hin..

CM Punks Charakter ist ein Gegenkonzept zur bisherigen Strategie. Richtete man über Jahre WWE Inc. mit John Cena als Reinkarnation von Hulk Hogan aus, wirkt CM Punk wie ein Relikt aus der Attitude-Ära. Eine kind- und familiengerechte Ausrichtung im Sinne der 80er - darin muss eine Figur wie CM Punk wie ein Fremdkörper wirken. Irgendwo habe ich in den vergangenen Tagen gelesen, dass bei CM Punk besonders Frauen und Kinder wegschalten. Ein Wunder, verkörpert er doch einen typischen Attitude-Charakter, der vor allem junge Männer ansprechen soll. Dies aber ausschließlich CM Punk anzulasten, ist zu einfach. Denn er hat sich nicht selbst die Chance und den Gürtel gegeben, sondern wurde an diese Stelle gepusht - gegen jede vorherige Ausrichtung.

Wenn man also momentan keinen Erfolg messen kann, liegt es nicht unbedingt an der Qualität des Produkts. Vielmehr ist es eine nicht geradlinige Strategie, die den Erfolg verhindert.

28Nov/110

Buntes Allerlei in Kurzform

Auf Grund vieler Ereignisse ist es hier leider etwas ruhiger geworden, ich hatte einige Ideen für Artikel, aber irgendwie nie die Ruhe oder Lust, diese auszuformulieren. Daher schreibe ich diese Ideen einfach mal unrein hintereinander weg..

Wellness Policy der WWE

Wie sinnvoll die "Wellness Policy" der WWE ist, sieht man an den aktuellen Beispielen. Offenbar ziehen sich Evan Bourne und R-Truth bei derselben Feier dieselbe Droge rein, aber während Evan Bourne zeitnah aus dem Verkehr gezogen wird, wartet man bei R-Truth den lang gehypten Main Event der Survivor Series ab. Dieses unterschiedliche Verhalten sorgt nicht nur bei den WWE-Workern für Unmut, es lässt auch Außenstehende mit fragenden Gesichtern zurück. Wenn letztlich doch die Fehden und die ganze Show wichtiger sind als die Drogentest und Konsequenzen nach Beliebigkeit gezogen werden, welchen Sinn hat dann das ganze Programm?

RAW-Ratings

Die Ratings des WWE-Flagschiffs können seit Monaten nur bedingt überzeugen. Neben der neuerdings entwickelten Schwäche der zweiten Stunde fällt vor allem auf, dass es tendenziell die Stars der Attitude-Ära sind, die Zuschauer vor den Fernseher locken. Segmente mit Triple H waren recht erfolgreich, The Rock sorgte sogar für einen merklichen Quotensprung. Ansonsten herrscht Tristesse, die neuen Superstars entwickeln (noch) nicht die gewünschte "drawing power". Auch der ganze Hype um CM Punk schlägt sich nicht in PPV-Verkäufen oder Fernsehzuschauern wieder. Sinkt das Flagschiff?

Mögliche Gegner des Undertakers bei Wrestlemania 28

Nachdem die Neuigkeiten rund um den Undertaker ja durchblicken lassen, dass dieser bis zur Wrestlemania fit wird, bleibt die Frage, wer den Streak verlängern darf. So richtig gute Ideen habe ich auch nicht. Kane, Big Show, Mark Henry - alles sichere Bänke, ohne den ganz großen Wrestlemania-Kick auszulösen, besonders, da am Ergebnis kein Zweifel besteht. Andererseits scheint momentan noch kein Wrestler der neuen Generation so weit zu sein, unbeschadet vom Undertaker besiegt zu werden. Und für das Beenden des Streaks scheint auch niemand bereit zu sein, die Ratings (s.o.) sprechen da Bände. Man kann nur spekulieren, dass WWE Inc. irgendein Ass im Ärmel hat, um für den Undertaker einen würdigen 20. Wrestlemania-Gegner zu haben.

Kaputte Wrestler

Tyson Tomko, Matt Hardy, Scott Hall..

Ich werde mir mal überlegen, ob ich im Angesicht zukünftiger Entwicklungen diese Seite so weiterführen kann oder ob es Sinn ergäbe, die Inhalte im anderen Blog, das weniger unter meinen anderen Verpflichtungen leidet, zu integrieren.

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19Okt/111

Roode Awakening

Am Sonntag fand mit Bound for Glory der vermeintlich wichtigste PPV von TNA statt. Lange hatte man auf diesen Abend hingearbeitet. Über Monate lief die Bound-for-Glory-Series, um einen Herausforderer für den World-Titlezu ermitteln. Die Idee war klasse: mehrere Teilnehmer kämpften bei allen Arten von Shows gegeneinander, um Punkte für den Tabellenstand zu erringen. Am Ende gab es sogar einen Finalkampf zwischen Bobby Roode und Bully Ray, den der Kanadier für sich entscheiden konnte. Besonders toll fand ich, dass durch die Bound-for-Glory-Series die Houseshows aufgewertet wurden. Es wurden nicht jeden Abend dieselben Kämpfe ausgetragen, sondern jede Nacht hatte ihre individuelle Note. Die Nachricht an die Besucher ist eine schöne: euer Abend ist wichtig, was hier passiert findet ihr im Internet und in den TV Sendungen wieder. So verleiht man dem einzelnen Abend und der gesamten Serie Bedeutung und schafft Kundenbindung.

Und dann macht man alles an einem Abend zunichte.

Eigentlich war jedem Beteiligten klar, wie der Abend laufen müsste. In einem spannenden und dramatischen Match hätte Bobby Roode gegen Kurt Angle gewinnen müssen. Nur so hätte man die Bedeutung und die Ernsthaftigkeit der Ereignisse der vergangenen Monate aufrechterhalten und unterstreichen können. Die Niederlage schadete nicht nur Bobby Roode, sondern vor allen Dingen der Glaubwürdigkeit von und dem Vertrauen in TNA. Booking ist eigentlich sehr einfach: man baut über einen gewissen Zeitraum eine Fehde auf, lässt sie bei einem PPV gipfeln und erfüllt am Ende die Erwartungen des Publikums.

Man liest in diesen Tagen viel, dass Hulk Hogan in die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung gewesen sei. Das mag stimmen oder nicht, aber so oder so erinnert es fatal an die Fehler der WCW. Dort ließ man auch viele Chancen ungenutzt, neue Gesichter zu etablieren. Auffällig ist doch einmal mehr, dass die Hauptsegmente des Abends nicht von eigenen Gewächsen geprägt waren. In den letzten beiden Kämpfen des Abends waren mit Hogan, Sting und Kurt Angle drei Fremdeinkäufe im Ring. Davor hatten Jeff Hardy und Jeff Jarrett ein Interviewsegment - beide machten sich außerhalb von TNA einen Namen. Und am Ende verlor das Eigengewächs auch noch..

ACHTUNG: SPOILER-ALARM

Dem Ganzen wird aber noch die Krone aufgesetzt: Nicht nur, dass man an einem Abend monatelanger Vorarbeit zunichte macht, nein, bei den nächsten TV-Aufnahmen wurde aus dem Nichts James Storm neuer Champion. Ich habe nichts gegen überraschende Wendungen. Sie sind für gute Unterhaltung notwendig, aber es gibt Momente, in denen die Straßen keine Kurven mehr haben, sondern einfach gerade ausführen. Sonntag Nacht war ein solcher Moment, doch TNA hat ihn verpennt und ist weiter Kurven gefahren.

Das wird ein böses Erwachen geben.

14Okt/112

Tragisches Bild

ESPN wird am Mittwoch eine Dokumentation zu Scott Hall zeigen. Der Trailer läßt vermuten, dass wir das tragische Bild eines Mannes sehen werden, das uns fatal an "The Wrestler" erinnert.

Ich denke, dass diese Dokumentation für viele Scott-Hall-Fans eine spannende Geschichte erzählen könnte, die auch die Schattenseite des Wrestlings offenbart - auch wenn Eric Bischoff Scott Halls Probleme einfach in dessen Privatbereich abschiebt. Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt und werde versuchen, diese Dokumentation zu sehen.

10Okt/110

Keine hohen Erwartungen

Nach einiger Zeit der Ruhe möchte ich mal kurz einige Einschätzungen zu den aktuellen Entwicklungen im amerikanischen Mainstream-Wrestling loswerden.

WWE

Triple H als Chef mit Startschwierigkeiten? Verdammt. Das sieht aus, als würden einmal mehr nicht die Wrestler, sondern die Familie McMahon im Mittelpunkt der Main-Event-Geschichte stehen. "Family business" ist zwar eine schöne Sache, aber eigentlich nicht der Grund, warum ich Wrestling schaue. Besonders befürchte ich, dass auch Vince McMahon wieder Teil der wöchentlichen Shows wird.

TNA

Hulk Hogan vs. Sting? Ich kann mich gerade an kein gutes Match der beiden erinnern, schon 1997 war der heißerwartete Showdown der beiden war sowohl im Ring als auch bookingtechnisch eine bittere Enttäuschung. Im Jahr 2011 sind beide weit über 50, Hulk Hogan leidet an kaputten Knien, Rücken und künstlichen Hüften. Wie soll Hogan in seinem Zustand überhaupt einen Bump nehmen? Sting traue ich ja durchaus noch ein ordentliches Match zu, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die beiden Legenden den wichtigsten PPV des Jahres bereichern können. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ein paar Käufer werden die beiden schon anziehen.

Übrigens bin ich gespannt, ob TNA bei Bound for Glory den World Title von Kurt Angle tatsächlich an Bobby Roode weitergibt. Logisch wäre es: man hat ein langes Turnier veranstaltet, um ihn zum Herausforderer zu machen. Um diese lange Zeit nicht bedeutungslos werden zu lassen, muss man nach allen Regeln des Bookings Roode den Titel geben. Aber bei TNA laufen Eric Bischoff und Vince Russo herum, da erwarte ich mal lieber kein logisches Booking.

Ihr seht, ich habe momentan keine hohen Erwartungen im Angesicht der aktuellen Entwicklungen.

18Sep/110

Hard(y) times

Eigentlich dachte ich in den vergangenen Jahren, dass Jeff der unsolidere der beiden Hardy-Brüder sei. Doch die letzten Wochen haben die Einschätzung ins Wanken gebracht. Zwar ist Jeffs letzter Skandal auch noch nicht so lange her, überhaupt konnte der erfolgreichere Hardy in den letzten Jahren nur bedingt Ruhe ausstrahlen. Doch Matt hat inzwischen drei kurzzeitige Inhaftierungen durch Verstösse im Straßenverkehr hinter sich, zweimal steht das Fahren unter dem Einfluss von Medikamenten, Drogen oder Alkohol zur Debatte. Dazu kommen verstörende YouTube-Videos, die sich als Selbstmordankündigungen verstehen lassen.

Matts Karriere habe ich hier schon einmal nach seiner WWE-Entlassung und bei seinem TNA-Debüt beleuchtet. Es ist schade, dass aus einem soliden Midcarder, der immer im Schatten seines extrovertierten und problembehafteten Bruder stand, eine derart traurige Figur wurde. Über Jahre schien Matt Hardy von außen betrachtet sowas wie ein vorbildlicher Mitarbeiter zu sein, doch die letzten Jahren haben diesen Eindruck nach und nach verwässert, bis in den letzten Wochen dieses Bild in sich zusammenbrach.

Dass TNA nach der ersten Verhaftung Matt Hardy gefeuert hat, spricht natürlich auch Bände. Nicht nur, dass Matts TNA-Karriere ebenso erfolglos war wie seine WWE-Arbeit: die sofortige Entlassung des mehrfachen WWE-Tag-Team-Champions zeugt doch davon, dass Matt schon vorher auf tönernen Füßen bei TNA stand.

Matt hat nun (erst einmal) das gemacht, was ihm als einzige Option blieb, nachdem er bei den beiden einzigen großen US-Wrestlingkonzernen wohl keine Zukunft mehr hat: er hat seine Karriere beendet. Hoffen wir, dass er durch diesen drastischen Schritt sein Leben wieder in den Griff bekommt.

26Aug/110

Die Frage nach dem Sinn

Kevin Nash ist zurück bei WWE Inc. Nach seinem Royal-Rumble-Auftritt als Diesel durfte Kevin Nash nun gleich hoch in der Card einsteigen, als er beim SummerSlam CM Punk nach dessen Sieg gegen John Cena angriff und ihn so den Titel gegen Alberto del Rios Cash-In kostete.

Ich verstehe noch nicht so recht, welchen Sinn es haben soll, Kevin Nash in eine Fehde gegen CM Punk zu packen. Diese Auseinandersetzung kostet CM Punk sein wichtiges Momentum, während Nash wertvolle TV- und PPV-Zeit verbraucht. Irgendwo habe ich gelesen, Nash solle CM Punk "over" bringen. Das halte ich für ein schwieriges Unterfangen, denn Kevin Nash ist einer der überbewertesten Wrestler der Geschichte. Seine Fähigkeiten im Ring sind - inzwischen auch auf Grund seines Alters - stark limitiert, sein Willen, andere Wrestler "over" zu bringen, ist absolut undokumentiert, da er es nie gemacht hat. Warum sollte er ausgerechnet in 2011 willens und in der Lage sein, einen Top-Wrestler wie CM Punk beim Publikum "over" zu bringen? Und ob CM Punk das nötig hat, sei mal dahin gestellt.

Zu allem Überfluss sorgte Kevin Nash für viele fragende Gesichter im Publikum. Ein merklicher Anteil des heutigen WWE-Universums kennt Kevin Nash schlicht nicht. Woher auch?

Sein letzter WWE-Run liegt acht Jahre zurück, sein kurzer Auftritt als Diesel beim Rumble war schnell vergessen und unbedeutend. Ohne jede Frage hat Kevin Nash seinen Platz in der Geschichte des Wrestlings, aber dem heutigen Publikum ist er kaum bekannt, vielleicht auch deshalb, weil WWE Inc. die gute, alte WCW-Vergangenheit weitesgehend ausblendet oder nur in der Vintage Collection verwendet. Da Nashs 2002/03er Run eher unbedeutend war, was Verletzungen und äußeren, nicht von Nash verursachten Umständen (z.B. Scott Halls Entlassung, Hogans viel zu schneller Turn) zuzuschreiben ist, kann man kaum auf diese Zeit referenzieren. So bleibt fast nur Nashs Zeit als Diesel aus der Zeit 93-96, was ja nun einmal ein Ewigkeit her ist und von vielen (zu Recht) vergessen oder verdrängt wurde.

Kevin Nash ist also zurück, aber was er in der WWE des Jahres 2011 bewirken soll, weiß ich nicht.

10Aug/110

One moment in time: 23. Juni 1996

You sit there and you thump your Bible, and you say your prayers, and it didn't get you anywhere! Talk about your psalms, talk about John 3:16... Austin 3:16 says I just whooped your ass!

Austin 3:16 - eine Floskel, die das Wrestling der 90er revolutionieren sollte, die Steve Austin vom Midcarder zum absoluten Topstar des Business machen sollte. Beim King of the Ring 1996 war die Geburtsstunde von "Stone Cold" Steve Austin, der Grundstein für eine unglaubliche Karriere, die nicht nur Steve Austin zum wahrscheinlich beliebtesten Wrestler aller Zeiten machte, sondern auf einer längeren Sicht die damalige WWF zurück auf die Erfolgsspur brachte.

Dass Steve Austin das King-of-the-Ring-Turnier gewinnen durfte, hatte er - so die Überlieferung - dem Umstand zu verdanken, dass Triple H damals in Ungnade gefallen war und dadurch bestraft wurde, dass er den geplanten Turniersieg nicht zugesprochen bekam, sondern schon vorher ausschied und beim KotR-PPV 1996 nur im Dark Match wrestlen durfte. So war der Weg frei, Steve Austin diesen Ehrentitel zu geben.

Wobei: der Titel "King of the Ring" war 1996 nicht viel wert, die beteiligten Wrestler bestenfalls Midcarder und der PPV hatte mit Undertaker vs. Mankind oder Shawn Michaels vs. British Bulldog einen ganz anderen Fokus. Hätte es diese Promo nach dem Gewinn des Turnieres nicht gegeben, wahrscheinlich hätte Steve Austin das Schicksal seiner Vorgänger (Owen Hart, Mable) erlitten und wäre nach einem kurzen Höhenflug in die Midcard zurückgefallen.

Man sollte trotz der bekannten Geschichte nicht meinen, dass Steve Austins Aufstieg eine sichere Sache war. Das Risiko der WWF mit diesem Gimmick und diesem Wrestler war minimal. Nicht nur, dass man den King of the Ring durch liebloses Booking entwertet hatte, man hatte auch genügend Substanz, im Falle eines Scheitern des Experiments andere Wrestler in den Fokus zu rücken. Mit Sid Vicious, Vader, Ultimate Warrior oder auch Bret Hart standen erfahrene Männer parat, eine Lücke zu füllen. Vince McMahon ging also kein besonderes Risiko ein, als er am 23. Juni 1996 Steve Austin den bildlichen Ball in die Hand drückte und ihn laufen ließ. Er hatte genügend andere Spieler in der Hinterhand, selbst das aktuelle Programm bot genügend Stoff, um einen Flop mit Steve Austin abzufedern.

Überhaupt wird die Geschichte von Steve Austins Aufstieg gerne etwas verklärt erzählt, die gut halbjährige Phase als Ringmaster in der Midcard zwischen Schweinehirten und Müllmännern wird slten bei den Retrospektiven über Steve Austins Karriere außer Acht gelassen oder übergangen. Dass er eigentlich riesiges Glück hatte, das Gimmick des harten Hundes zu bekommen, obwohl er schon auf einer anderen Schiene unterwegs war, wird kaum erwähnt.

Zurück zum Juni 1996: Steve Austin hatte sich beim PPV gegen Marc Mero und Jake Roberts durchgesetzt und den Titel "King of the Ring" gewonnen. Er bekam seine Insignien und hielt dann DIE Promo seines Lebens, als er Austin 3:16 in Richtung von Jake Roberts schleuderte. Ohne diese Worte, die ein Gimmick so simpel ausdrückten, wäre das Geschehen im Ring nichts wert gewesen.

Die Fanreaktionen darauf waren derart riesig, dass man sich entschloss, dieses Gimmick weiter zu verfolgen und fand in Bret Hart den fast perfekten Fehdengegner für Steve Austin. Bret Hart katapultierte Steve Austin bei der Survivor Series 1996 und bei Wrestlemania XIII auf ein höheres Niveau, besonders das Match bei Wrestlemania bedeutete den nächsten Meilenstein für den raketenhaften Aufstieg von Steve Austin. Allerdings sollte es noch ein Jahr dauern, bis er endlich den WWF-Titel sein eigen nennen durfte.

Rückblickend betrachtet muss man sagen, dass der 23. Juni 1996 sicherlich DER Meilenstein in der Karriere von Steve Austin war. Und dennoch war es kein geplanter Moment: die glücklichen Umstände im Vorfeld und die positiven Reaktionen auf das Gimmick und die berühmte Promo bereiteten den Weg für einen der größten Superstars des modernen Wrestlings.