One moment in time: 23. Juni 1996
You sit there and you thump your Bible, and you say your prayers, and it didn't get you anywhere! Talk about your psalms, talk about John 3:16... Austin 3:16 says I just whooped your ass!
Austin 3:16 - eine Floskel, die das Wrestling der 90er revolutionieren sollte, die Steve Austin vom Midcarder zum absoluten Topstar des Business machen sollte. Beim King of the Ring 1996 war die Geburtsstunde von "Stone Cold" Steve Austin, der Grundstein für eine unglaubliche Karriere, die nicht nur Steve Austin zum wahrscheinlich beliebtesten Wrestler aller Zeiten machte, sondern auf einer längeren Sicht die damalige WWF zurück auf die Erfolgsspur brachte.
Dass Steve Austin das King-of-the-Ring-Turnier gewinnen durfte, hatte er - so die Überlieferung - dem Umstand zu verdanken, dass Triple H damals in Ungnade gefallen war und dadurch bestraft wurde, dass er den geplanten Turniersieg nicht zugesprochen bekam, sondern schon vorher ausschied und beim KotR-PPV 1996 nur im Dark Match wrestlen durfte. So war der Weg frei, Steve Austin diesen Ehrentitel zu geben.
Wobei: der Titel "King of the Ring" war 1996 nicht viel wert, die beteiligten Wrestler bestenfalls Midcarder und der PPV hatte mit Undertaker vs. Mankind oder Shawn Michaels vs. British Bulldog einen ganz anderen Fokus. Hätte es diese Promo nach dem Gewinn des Turnieres nicht gegeben, wahrscheinlich hätte Steve Austin das Schicksal seiner Vorgänger (Owen Hart, Mable) erlitten und wäre nach einem kurzen Höhenflug in die Midcard zurückgefallen.
Man sollte trotz der bekannten Geschichte nicht meinen, dass Steve Austins Aufstieg eine sichere Sache war. Das Risiko der WWF mit diesem Gimmick und diesem Wrestler war minimal. Nicht nur, dass man den King of the Ring durch liebloses Booking entwertet hatte, man hatte auch genügend Substanz, im Falle eines Scheitern des Experiments andere Wrestler in den Fokus zu rücken. Mit Sid Vicious, Vader, Ultimate Warrior oder auch Bret Hart standen erfahrene Männer parat, eine Lücke zu füllen. Vince McMahon ging also kein besonderes Risiko ein, als er am 23. Juni 1996 Steve Austin den bildlichen Ball in die Hand drückte und ihn laufen ließ. Er hatte genügend andere Spieler in der Hinterhand, selbst das aktuelle Programm bot genügend Stoff, um einen Flop mit Steve Austin abzufedern.
Überhaupt wird die Geschichte von Steve Austins Aufstieg gerne etwas verklärt erzählt, die gut halbjährige Phase als Ringmaster in der Midcard zwischen Schweinehirten und Müllmännern wird slten bei den Retrospektiven über Steve Austins Karriere außer Acht gelassen oder übergangen. Dass er eigentlich riesiges Glück hatte, das Gimmick des harten Hundes zu bekommen, obwohl er schon auf einer anderen Schiene unterwegs war, wird kaum erwähnt.
Zurück zum Juni 1996: Steve Austin hatte sich beim PPV gegen Marc Mero und Jake Roberts durchgesetzt und den Titel "King of the Ring" gewonnen. Er bekam seine Insignien und hielt dann DIE Promo seines Lebens, als er Austin 3:16 in Richtung von Jake Roberts schleuderte. Ohne diese Worte, die ein Gimmick so simpel ausdrückten, wäre das Geschehen im Ring nichts wert gewesen.
Die Fanreaktionen darauf waren derart riesig, dass man sich entschloss, dieses Gimmick weiter zu verfolgen und fand in Bret Hart den fast perfekten Fehdengegner für Steve Austin. Bret Hart katapultierte Steve Austin bei der Survivor Series 1996 und bei Wrestlemania XIII auf ein höheres Niveau, besonders das Match bei Wrestlemania bedeutete den nächsten Meilenstein für den raketenhaften Aufstieg von Steve Austin. Allerdings sollte es noch ein Jahr dauern, bis er endlich den WWF-Titel sein eigen nennen durfte.
Rückblickend betrachtet muss man sagen, dass der 23. Juni 1996 sicherlich DER Meilenstein in der Karriere von Steve Austin war. Und dennoch war es kein geplanter Moment: die glücklichen Umstände im Vorfeld und die positiven Reaktionen auf das Gimmick und die berühmte Promo bereiteten den Weg für einen der größten Superstars des modernen Wrestlings.
One moment in time: 9. November 1997
Montreal Screwjob. 'Nuff said..
Über den Montreal Screwjob ist wahrscheinlich mehr geschrieben worden als über jedes andere Ereignis im Wrestling der letzten 50 Jahre. Angeblich plant WWE Inc. sogar eine DVD zu diesem Thema.
Ich will hier keine Daten herunterleiern oder spekulieren, wer wann was gesagt oder gewußt hat. Das haben schon hunderte vor mir getan. Ich möchte allerdings einen Aspekt hervorheben, der meistens etwas untergeht - der Montreal Screwjob hat der WCW auf dem Höhepunkt ihres Wirkens direkt Schaden zugefügt.
Damit meine ich nicht die Tatsache, dass Vince McMahon nach der Survivor Series 1997 zum absoluten Heel der WWF aufstieg und so mit seiner Fehde gegen Steve Austin die Wende in den Montagskriegen einläutete. Vielmehr störte der Montreal Screwjob die Fokussierung der WCW auf den Event, auf den sie so hervorragend über ein Jahr lang hingearbeitet hatte - Starrcade 97.
Seit der Gründung der nWo hatte Eric Bischoff ruhig und besonnen die Fehde des Stingers gegen das Oberhaupt der nWo, Hollywood Hulk Hogan, aufgebaut. Bei dieser Fehde machte die WCW nichts falsch, man arbeitete zielgerichtet auf Starrcade hin, der Abend, an dem Sting die WCW rächen würde. Es war der vielleicht am besten aufgebaute Event der 90er Jahre, die Fans waren elektrisiert und konnten den größten Showdown der WCW nicht erwarten. Dazu hatte die WCW sich zwischenzeitlich die Dienste von Bret Hart gesichert, so dass man für 1998 ein weiteres Eisen im Feuer hatte.
Doch dann platzt die Bombe in Form des Montreal Screwjobs. Plötzlich gibt es ein Störfeuer, das die allgemeine Aufmerksamkeit von Starrcade weg zur WWF zog. Um die Aufmerksamkeit zurück zu WCW zu lenken, mußte man etwas tun, was man unter anderen Umständen besser vermieden hätte: Bret Hart mußte noch 1997 für die WCW debütieren. Schließlich war der Hitman DAS Thema, so konnte man den Fokus zur WCW zurückholen. Doch der Preis war hoch: so richtig konnte man Bret Hart nicht einsetzen, ohne das Rampenlicht von Sting vs. Hogan zu nehmen, also suchte man verzweifelt nach einer Möglichkeit, Bret Hart unterzubringen. Und wann immer schnelle Entscheidungen zu treffen waren, versagte die WCW: Bret wurde Ringrichter bei Starrcade im Duell Larry Zbysko vs. Eric Bischoff. Wie noch dutzende Male später, hatte man keine guten Ideen für Bret Hart und nutzte sein Talent nicht. Man hatte einen Roster voller Talente, mit denen Hart ein Weltklassematch gezeigt hätte, doch als Referee war er falsch eingesetzt. Wäre man bereit gewesen, ein Stück vom Rampenlicht des (enttäuschenden) Main Events abzugeben, hätte man vielleicht sogar aus der Situation gewinnen können - ein PPV mit dem lang herbeigesehnten Showdown zwischen Sting und Hogan PLUS ein Match des heißesten Wrestlers zu diesem Zeitpunkt. Ich möchte nicht wissen, ob man die sowieso schon hervorragende Buyrate des PPVs nicht hätte noch weiter steigern können.
Und doch war die Situation schwer für die WCW-Verantwortlichen: auf der einen Seite war man gezwungen, das aktuelle Thema Bret Hart aufzugreifen und den Mann schnellstmöglich in die Shows zu holen, um der WWF den Wind aus den Segeln zu nehmen und auch von den Ereignissen des 9. Novembers zu profitieren. Auf der anderen Seite läßt man sich so kurz vor einem von langer Hand aufgebauten PPV ungerne von außen diktieren, wie man sein Produkt gestaltet. Der Fokus war auf Hogan vs. Sting und dort wollte man ihn belassen. Dummerweise konnte man nicht beide Seiten der Medaille bedienen und entschloss sich zu einem Mittelweg, der am Ende keinem half.
Bret Hart war am 28. Dezember 1997 nicht nur Referee beim Zbysko-Sieg, sondern nahm diese Rolle auch im Main Event wieder auf, wo er tatsächlich eine Art Screwjob an Hogan durchführte. Anstatt also den wichtigsten PPV des Jahres mit einem klaren Fehdenabschluss zu beenden, orientierte man sich an den WWF-Ereignissen des Vormonats und machte sie nach. Wie so häufig definierte Eric Bischoff sich und sein Produkt über den Wettbewerber, was im Grunde die hervorragende Vorarbeit ad absurdum führte. Man hätte es so einfach haben können, hätte man Sting einen klaren Sieg einfahren lassen und hätte beim ersten Nitro 1998 Bret Hart präsentiert. Oder hätte man die kurz danach schnell geschossene Fehde von Hart gegen Flair noch in den Starrcade-PPV gebracht. Die WCW hatte es Ende 1997 kein bißchen nötig, Seitenhiebe an die WWF zu verteilen oder sie nachzumachen. Und doch stellte man seine eigenen Stärken zurück, um auf Ereignisse bei der WWF zu reagieren, was im Angesicht des damaligen Erfolgs der WCW unangebracht war.
Und so kann man die Historie der WCW-Reaktion auf den Montreal Screwjob umreißen: Starrcade 1997 war ein Erfolg in allen meßbaren Bereichen, doch läutete das enttäuschende Ende des Main Events mit seiner Montreal-Kopie langsam die Wende zum Negativen ein. Bret Harts zu schnelles und undurchdachtes Debüt bestimmte den weiteren Verlauf seiner WCW-Karriere, bis zum Karriereende 2000 schien man nie so richtig zu wissen, wie man einen fünfmaligen WWF-Champion einsetzt.
Der Montreal Screwjob brachte die WCW aus der Spur - nicht indirekt durch die Ereignisse in der WWF, sondern der eigene Umgang der WCW mit Bret Hart und dem Thema ließ die WCW von ihrem klaren Weg auf den Höhepunkt ihrer besten Fehde stolpern. Ein Stolpern, von dem man sich nie wieder erholte..
Weihnachten und Wrestling
Als ich diese Tage mal im Fernsehen die Vintage Collection sah, endete diese gerade mit dem Main Event der Survivor Series 1992. Damals kämpfte der frisch zum Champion gekürte Bret Hart gegen den damaligen IC-Champion und Midcarder Shawn Michaels. Damals war die Situation um die Top-Stars der Liga etwas zerfahren - man hatte nur Namen der 80er (Flair, Savage, Warrior) zu bieten, die auch kurz vor dem Absprung standen oder momentan nicht zur Verfügung (Hogan) standen.
Für den neuen Champion Bret Hart war das keine leichte Situation, war er doch selbst gerade aus der Midcard in den Main Event gerückt. Doch statt nun von einem etablierten Top-Heel beim PPV over gebracht zu werden, musste er bei der Survivor Series 1992 gegen einen Midcarder seine erste große Titelverteidigung machen. Shawn Michaels war gut zwei Wochen vor dem PPV auf Grund der Entlassung des British Bulldogs zum IC-Champion geworden, war also bei weitem noch nicht etabliert. Die Situation für Bret Hart besserte sich beim nächsten PPV nicht wirklich, sein Gegner wurde Razor Ramon (Scott Hall), der gerade mal ein paar Monate in der WWF war und nur kurz Main-Event-Luft schnuppern durfte. Parallel zu diesen Ereignissen baute Vince McMahon mit Yokozuna einen Monster-Heel auf, damit er seine Top-Faces stärken konnte. Das war schon eine spannende Zeit damals, als das Wrestling langsam in Richtung Neuzeit marschierte.
Aber was erzähle ich das alles?
Eigentlich wollte ich nur sagen, dass am Ende der erfolgreichen Titelverteidigung niemand anderes als der Weihnachtsmann mit Bret Hart feierte. Und wir wundern uns manchmal, warum die Leute Wrestling belächeln.
In diesem Sinne: frohe Weihnachten.
Lieblingswrestler
Habt ihr auch Lieblinsgwrestler?
Ich habe über die vielen Jahre hinweg einige Wrestler in mein Herz geschlossen, die ich immer wieder gerne sehe. Ich würde euch gerne drei dieser Favoriten hier nennen.
Bret "The Hitman" Hart
Als ich mit dem Wrestling anfing, war Bret Hart gerade das Top-Face der WWF. Da fand ich ihn eigentlich gar nicht so besonders. So richtig interessant wurde der Hitman erst, als die WWF auf andere Karten setzten. Während Shawn Michaels, Diesel und später Steve Austin ihn rechts überholten, lieferte Bret Hart im Ring klasse Leistungen ab und entwickelte sich zum interessanten Charakter mit mehreren Facetten. Leider war diese tolle Phase, in der ich den Hitman für eine der spannendsten Figuren des Wrestlings hielt, sehr schnell vorbei. Der Wechsel zur WCW war ein Fehler, da er dort nie vernünftig bzw. konsequent eingesetzt wurde.
The Ultimate Warrior
Ich bin sicherlich einer der größten Kritiker des Warriors, aber ich kann mich nicht der Atmosphäre entziehen, die der Warrior verbreitete. Wenn die wummernde Musik ertönte und Jim Hellwig zum Ring rannte, an den Seilen schüttelte und mit dem Kopf wackelt - das war genial. Ich erinnere mich immer wieder gerne an Wrestlemania XII, als der Warrior sein Comeback feierte. Oder auch an Wrestlemania VI, als der Warrior durch ein durchgeskriptetes Match geführt wurde, das richtig ansehnlich war. Auch ein stark overbooktes Match wie beim SummerSlam 92 kam den limitierten Fähigkeiten des Warriors entgegen. Egal, wie schlecht seine Promos waren, egal, wie bescheuert Jim Hellwig im echten Leben ist und auch egal, wie maximal unterdurchschnittlich seine In-Ring-Fähigkeiten waren - die Warrior-Atmosphäre ist bis heute unerreicht.
Sting
Der ehemalige Tag-Team-Partner des Ultimate Warriors ist einer der wenigen Wrestler, der mich in seiner Hochphase beeindruckt hat. Auch wenn Sting sicherlich hervorragende Promos halten kann und im Ring durchaus gut zu nennen ist, so war seine Phase 1996/1997 genial. Der Gimmickwechsel vom bunten Sting zum The-Crow-Rächer wurde perfekt inszeniert und Steve Borden setzte das Ganze toll um. Vielleicht war dies die letzte richtig groß aufgezogene Fehde des Wrestlinggeschäfts. Auf jeden Fall sehe ich seit dieser Zeit Sting sehr gerne, auch wenn er sich durch das Vermischen seiner Charaktere ein wenig von der Faszination genommen hat.
Und?
Habt ihr auch Lieblinsgwrestler?
Köln war eine Reise wert
Freitag Abend war es soweit.
Mit dem Bloggerkollegen Magnus begab ich mich auf die lange Reise nach Köln, um die Wrestler von WWE SmackDown! live und in Farbe zu sehen. Erwartungsgemäß waren die letzten zehn Kilometer die zähesten, aber letztlich sind wir heil angekommen.
Dabei zeigte sich gleich der große Vorteil eines Premium-Tickets. Es gab eine Parkkarte, so dass wir gleich einen Parkplatz sicher hatten. Vom Parkplatz war es nicht weit entfernt zu einem Empfangsraum, bei dem ich dachte, ich wäre in einem Etablissement des horizontalen Gewerbes gelandet. Rote Polstermöbel, rotes Licht und eine attraktive Dame empfingen uns, um uns den Weg ins Restaurant "Backstage" zu weisen.
Dort angekommen konnte man schon vor Beginn der Show feststellen, dass der Erwerb der Premium-Tickets eine gute Investion war. Nachdem wir einen Platz gefunden hatten, durften wir uns an einem ganz tollen Büffet schadlos halten. Herrlich zarte Schweinelendchen, gute Semmelknödel oder Latte-Macchiato-Törtchen bedeuteten einen tollen Start in einen - soviel sei vorwegnommen - gelungenen Abend. Die Getränke dazu gab es kostenlos. Da ich fahren mußte, konnte ich nicht wie Magnus gleich drei Kölsch in fünfzehn Minuten trinken, aber ich hätte sowieso lieber Bier getrunken.
Unser Platz vor dem Restaurant lag direkt über dem Entrance, bot also einen direkten Blick auf den Ring. Zwar konnte man die Wrestler beim Einzug erst spät sehen, aber der gute Blick entschädigte dafür.
Pünktlich um 19:30 startete die Show mit dem Opener Tyler Reks vs. MVP. Ich will hier nicht die Ergebnisse wiederholen, die jeder im halben Internet nachlesen kann, sondern eher meine Eindrücke wiedergeben. Es war sicherlich sehr schlau von WWE Inc., den Opener von Nürnberg zu verändern. Dort hatte Reks gegen Kaval gekämpft, was im Angesicht der relativen Unbekanntheit der beiden das Publikum schwerer mitnehmen dürfte. MVP war sehr over, so dass das Publikum vom ersten Moment dabei war.
Drew McIntyre hatte gegen Kaval so seine Probleme, als Heel rüberzukommen, da er deutlich bekannter als sein Gegner war. Er mühte sich redlich, konnte aber nicht verhindern, dass er bejubelt wurde.
Auf jeden Fall waren die ersten beiden Matches richtig gut, so dass die Grundstimmung schon mal super war. Der anschließende Fatal-Four-Way um den IC-Titel war ein ordentliches Match, in dem der Publikumsliebling Kofi Kingston die meiste Arbeit leistete.
Danach hätte es kritisch werden können, denn ein Divenmatch stand auf dem Programm. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass ich den WWE-Diven nicht viel abgewinnen konnte. Aber: Natalya hat echt Talent und konnte auch Layla zu einem erträglichen Match führen. Auch wenn Layla durch eher lächerliche Aktionen auffiel (Gymnastikballübungen, einen Aufgabegriff, der "sehr merkwürdig" aussah), kippte meine Stimmung nicht.
Ein kurzes Intermezzo von Sheamus und Edge führte zu einem Tag-Team-Match zwischen Sheamus & Alberto del Rio und Edge & Rey Mysterio. In diesem Match machte Rey die meiste Arbeit, das tat er aber gut. Nach ihrem Sieg nahmen sich Edge und Rey sehr viel Zeit bei ihrem Auszug, die Fans abzuklatschen, Fotos machen zu lassen und Autogramme zu schreiben. So gehört sich das bei House Shows.
Nach einer recht kurzen Pause von zehn Minuten kam dann endlich der Moment, auf den ich mich so sehr gefreut habe. Bret Hart betrat die Arena, um als Partner der Hart Foundation gegen Nexus anzutreten. Ein wirklich toller Moment, da ich leider vorher noch nie Bret Hart live gesehen habe. Leider sieht man dem Hitman seine angeschlagene Gesundheit sehr an - er hinkte leicht und seine Körperhaltung sah auch nicht gut aus. Tyson Kidd machte die meisten Arbeit, aber auch Bret Hart arbeitete ein wenig. In meinen Augen war der Hitman sogar aktiver als bei seinem Wrestlemania-Match gegen Vince McMahon. Dass er sein Match mit dem Sharpshooter beendete, krönte diesen Auftritt.
Jack Swagger und Chris Masters bekamen zum Glück nur wenig Zeit, so dass Masters limitierte Fähigkeiten kaum ins Gewicht fielen. Ein seltsamer Semi-Main-Event, der so ein bißchen zum Runterkommen geeignet war, aber zumindest nicht schlecht.
Als John Cena zum Main Event gegen Kane herauskam, bebte die Halle. Wirklich. Ich habe nur bei Steve Austin und dem Undertaker einen ähnlichen Pop erlebt, das war wirklich unglaublich. Ich weiß nicht, was die Leute an John Cena gefressen haben, aber der Erfolg gibt ihm offenbar recht.
So richtig habe ich am Ende des Main Events nicht verstanden, warum The Nexus eingriffen, als ihr unfreiwilliges Mitglied John Cena gerade dabei war, das Match zu gewinnen, aber WWE Inc. war ja noch nie so bekannt für logische Handlungen.
Tortz dieser Logiklücke wurden die Fans glücklich heimgeschickt, als einige Faces noch ihre Finisher zeigen durften und sich viel Zeit bei ihrem Auszug nahmen.
Als Fazit bleibt stehen, dass der Abend rundherum klasse war. Das Büffet war super, die Plätze gut und es gab zweieinhalb Stunden richtig gutes Wrestling. Kein einziges Match war richtig schlecht, was bei meinen bisherigen House-Show-Besuchen leider nicht so war. Alle Wrestler haben gute Arbeit geleistet und sich wirklich reingehangen, um die Zuschauer zu unterhalten. Da ist es wirklich schade, dass die Lanxess-Arena weit entfernt von "ausverkauft" war.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich bei der nächsten Tour eine Karte zu besorgen. Am Freitag in Köln war die Show wirklich jeden Euro wert.
Tipp: Mitfahrer Magnus hat in seinem Bericht ein paar Bilder und Videos vom Event.
Verändert
*grummel*
Freitag sehe ich ja die WWE-Stars live und in Farbe. Doch dummerweise hat WWE Inc. die Ankündigung für Köln verändert. Undertaker und CM Punk sind nun leider nicht mehr dabei, wobei ich mich auf ersterem besonders gefreut habe. Auch Big Show ist in Köln nicht dabei. Paul Wight ist eigentlich immer sehr unterhaltsam, da er gut mit dem Publikum arbeiten kann.
So bleibt relativ wenig echte Starpower, aber das soll der Vorfreude keinen Abbruch tun. Noch bleibt mir ja Bret Hart.
Immerhin habe ich jemanden gefunden, der die zweite Karte in Anspruch nimmt.
Nachvollziehbar
WWE Inc. hat Matt Hardy entlassen.
Überraschend kam das nicht, machten doch Gerüchte über das Heimschicken von Hardy während zweier Houseshows wegen mangelnder Verfassung die Runde. Zudem provozierte Matt Hardy über Twitter etc. seine Entlassung, indem er sich negativ über die Entwicklung bei WWE Inc. äußerte.
Ich glaube, dass beide Seiten gut mit der Entlassung leben können.
Für Matt Hardy, der seit den 90er Jahren Teil von WWE war, dürfte die Stagnation seiner Karriere ein großes Übel gewesen sein. Gemeinsam mit seinem Bruder Jeff startete er im Tag-Team-Bereich, erst als Jobber, dann als Top-Team um die Jahrhundertwende. Doch als das Team dann logischerweise zerbrach, folgte sein Bruder Jeff den Fußstapfen von Bret Hart, Shawn Michaels, Booker T, Edge oder JBL und wurde über eine starke Karriere im Midcard-Segment zum Main Eventer und zum Champion. Selbst sein unsolider Lebenswandel hinderte ihn nicht, bei WWE und TNA erfolgreich zu sein.
Matt hingegen blieb nur die Rolle des Jim Neidhart, des Marty Jannetty, des Stevie Ray, des Christian oder des Farooq (wobei der Vergleich nur bedingt paßt, da Ron Simmons schon Anfang der 90er seinen großen Run in der WCW hatte). Er blieb zwar bei WWE Inc., schaffte es aber selten über die Undercard hinaus. Lediglich die Einbeziehung seiner privaten Probleme mit Lita und Edge verschafften ihm seine große Storyline. Zuletzt mußte Matt Hardy zusehen, wie junge Talente ganz fix an ihm vorbei gepusht wurden, bestenfalls durfte er sich mal für Leute wie Drew McIntyre oder Sheamus hinlegen.
Kurzum: als Matt Hardy hätte ich auch keine Perspektive mehr bei WWE gesehen.
Für WWE Inc. ist die Entlassung eine klare Sache. Man kann sich in der Öffentlichkeit von seinen Angestellten nicht auf der Nase herumtanzen lassen, egal, wie lange er schon im Unternehmen ist.
Und wenn man die Möglichkeiten von Matt Hardy nach seiner Entlassung sieht, dürfte WWE Inc. auch nicht ganz unzufrieden sein. Will er nicht in der Versenkung verschwinden, muss Matt über kurz oder lang bei TNA anheuern, was WWE nur recht sein dürfte. Schließlich würde dadurch der Fokus der TNA-Storylines auf einen ehemaligen WWE-Midcarder liegen, was schon in den Fällen Christian und Mr. Anderson schon in die Hose ging. Zudem brächte die Verpflichtung von Matt Hardy weitere Unruhe in den TNA-Lockerroom, was vielleicht sogar das ein oder andere Talent von TNA weg treibt.
Ich würde Matt Hardy keine großen Hoffnungen machen wollen, dass seine Wrestlingkarriere nach der Entlassung durch WWE Inc. nun einen neuen Schub bekommt. Zwar wird er kurz im Rampenlicht stehen, aber wie Marty Jannetty oder Stevie Ray wird seine Einzelkarriere wenig erfolgreich bleiben.
Live und in Farbe
Man gönnt sich ja sonst nix..
Gut, das mag so nicht stimmen, aber einen kleinen Luxus habe ich mir geleistet. Und zwar habe ich mir Karten für die WWE-Tour im November bestellt.
Allerdings habe ich mir in einem Anfall von Wahnsinn nicht einfach irgendwelche Sitzplatzkarten gekauft, sondern gleich das "Premium Package" mit Buffet, Parkplatz und "Open Bar". Also werde ich am 12. November in Köln nicht nur Wrestling live sehen, sondern dies auch noch in besonderer Atmosphäre.
Zudem darf ich nicht nur die SmackDown!-Stars wie Undertaker, Kane oder CM Punk live sehen, wie in Mannheim und Nürnberg sind The Nexus und Bret Hart angekündigt. Ich habe ja nun schon einige Helden von damals live gesehen, aber der Hitman fehlt mir noch in meiner "Sammlung". Aber es kommt noch besser: für den Köln-Termin ist zusätzlich John Cena angekündigt. Ich hoffe also auf einen spannenden Abend.
Jetzt bleibt nur die Frage, wen ich mitnehme. Ich habe zwei Karten, aber meine Frau scheint nicht gerade begeistert..
Krieg am Montag – Spaß am Dienstag
Am 4. Januar gibt es eine vorerst einmalige Neuauflage des "Monday Night War". Zumindest, wenn es nach den Wünschen der TNA-Offiziellen geht, die für diesen Tag ein dreistündiges Live-Impact in den Ring werfen, dessen Hauptattraktion das On-Air-Debüt des Godfathers of Wrestling, Hulk Hogan, ist.
Gleichzeitig gibt es viele Gerüchte, wer neben dem Hulkster sein Debüt im sechseckigen Ring geben wird (, sofern dieser nicht der kreativen Macht des Hulksters zum Opfer fällt). Ric Flair gilt nach seiner Hulkamania-Tour als ziemlich sicherer Kandidat, Rob Van Dam wird auch heiß gehandelt. Dazu läßt der Gewinn eines Tag-Team-Titleshots durch Kevin Nash die Spekulation sprießen, dass Scott Hall und/oder Sean Waltman ihre Rückkehr zu TNA feiern könnten.
Betrachten wir es realistisch: Ric Flair ist ein alter Mann, der nur noch für einen schönen Abschied von Sting seine Berechtigung hätte. Rob Van Dam wäre nur ein weiterer ehemaliger WWE-Midcarder, der bei TNA in den Main Event gepusht würde. Scott Hall ist leider nur noch ein Schatten, ein armer, kranker Mann, der in der Vergangenheit viel verbrannte Erde hinterlassen hat. Und Sean Waltman? Naja, X-Pac-Heat ist ein geflügeltes Wort geworden. Und sollte jemand auf die Idee kommen, die nWo oder die "Kings of Wrestling" neu beleben zu wollen - wir schreiben bald das Jahr 2010..
Ich bin mir sicher, dass WWE Inc. das Treiben bei TNA mit ausreichender Gelassenheit sieht. Klar: Hulk Hogan hat einen großen Namen und es ist als sicher anzunehmen, dass er zumindest kurzfristig einen kleinen Rating-Boost für TNA schafft, aber auf lange Sicht muss TNA mehr als ein paar Namen zu bieten haben. Und da sieht es halt schlecht aus, schließlich sind mit Eric Bischoff, Vince Russo, Kevin Nash und Hulk Hogan gleich vier gewichtige Gründe für den Niedergang der WCW bei TNA versammelt. Das läßt nicht gerade hoffen. Zudem sind die Storyline-Ideen für Hogan, die man im Internet so liest, nicht gerade die Offenbarung: eine Neuauflage von "New Blood" vs. "Millionaire´s Club" ist nicht gerade die geniale Idee.
Und um ganz sicher zu gehen, dass es am 4. Januar keine böse Überraschung gibt, scheint WWE Inc. auch noch einige Pfeile im Köcher zu haben. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft, sei sie auch noch so schwach. Schon lange schwirrt im Internet das Gerücht, The Rock könnte die RAW-Ausgabe am 4. Januar als Guest Host leiten. Das scheint zwar eher unwahrscheinlich, aber das würde sicherlich TNA einiges an Wind aus den Segeln nehmen.
Ein weiterer Pfeil auf der Sehne des WWE-Bogens scheint kein geringerer als Bret "The Hitman" Hart zu sein. So verdichten sich die Gerüchte, dass der Kanadier einen Vier-Monats-Vertrag mit WWE Inc. unterschrieben hat, beginnend just am Tag des neuerlichen Montagskrieg. Wenn das stimmt, hätte WWE Inc. eine kaum zu schlagende Geldmaschine an der Hand. Wenn Vince McMahon und Bret Hart ihre Egos und ihre Differenzen tatsächlich beiseite schieben könnten und eine On-Air-Fehde vor dem realen Hintergrund des Montreal-Screw-Jobs starten würden, die in irgendeiner Form von Wrestlemania-Event gipfelt, könnte wir gleich zu Beginn des Jahres die Fehde des Jahres sehen. Da sind zwar viele Konjunktive drin, aber als Wrestlingfan hoffe ich doch sehr darauf.
Sollten also The Rock und/oder Bret Hart tatsächlich am 4. Januar die Waffen der WWE sein, dürfte es schwer werden, überhaupt von einem Montagskrieg zu sprechen. Für Vince McMahon hieße die Quotenanalyse am Tag danach "Spaß am Dienstag". Andererseits setze ich als Fan doch ein wenig Hoffnung in diesen Montag. Auch wenn ich skeptisch bin, so gönne ich TNA den Erfolg. Und sei es nur, dass es für mehr Wettbewerb um uns Zuschauer sorgt. Denn wir Fans wären gerne wieder die großen Gewinner der Montagskriege.