Wrestlingblog Subjektives und Spekulatives

18Sep/110

Hard(y) times

Eigentlich dachte ich in den vergangenen Jahren, dass Jeff der unsolidere der beiden Hardy-Brüder sei. Doch die letzten Wochen haben die Einschätzung ins Wanken gebracht. Zwar ist Jeffs letzter Skandal auch noch nicht so lange her, überhaupt konnte der erfolgreichere Hardy in den letzten Jahren nur bedingt Ruhe ausstrahlen. Doch Matt hat inzwischen drei kurzzeitige Inhaftierungen durch Verstösse im Straßenverkehr hinter sich, zweimal steht das Fahren unter dem Einfluss von Medikamenten, Drogen oder Alkohol zur Debatte. Dazu kommen verstörende YouTube-Videos, die sich als Selbstmordankündigungen verstehen lassen.

Matts Karriere habe ich hier schon einmal nach seiner WWE-Entlassung und bei seinem TNA-Debüt beleuchtet. Es ist schade, dass aus einem soliden Midcarder, der immer im Schatten seines extrovertierten und problembehafteten Bruder stand, eine derart traurige Figur wurde. Über Jahre schien Matt Hardy von außen betrachtet sowas wie ein vorbildlicher Mitarbeiter zu sein, doch die letzten Jahren haben diesen Eindruck nach und nach verwässert, bis in den letzten Wochen dieses Bild in sich zusammenbrach.

Dass TNA nach der ersten Verhaftung Matt Hardy gefeuert hat, spricht natürlich auch Bände. Nicht nur, dass Matts TNA-Karriere ebenso erfolglos war wie seine WWE-Arbeit: die sofortige Entlassung des mehrfachen WWE-Tag-Team-Champions zeugt doch davon, dass Matt schon vorher auf tönernen Füßen bei TNA stand.

Matt hat nun (erst einmal) das gemacht, was ihm als einzige Option blieb, nachdem er bei den beiden einzigen großen US-Wrestlingkonzernen wohl keine Zukunft mehr hat: er hat seine Karriere beendet. Hoffen wir, dass er durch diesen drastischen Schritt sein Leben wieder in den Griff bekommt.

10Jan/112

Matt “Freaking” Hardy?!

TNA hat sich einmal mehr als WWE-Resterampe verdingt und beim gestrigen PPV Matt Hardy als Überraschungsgegner für Rob Van Dam präsentiert. Als hätte man nichts aus der Vergangenheit gelernt, gibt man einem etablierten Wrestler, der es in zehn WWE-Jahren nicht geschafft hat, bei den Fans over zu werden, einen Spot in der Promotion, anstatt frische Gesichter einzuführen.

Wie ich schon bei seiner Entlassung geschrieben habe, war Matt der Marty Jannetty der Hardy Boys. Während sein Bruder nach dem Split den Weg zur Spitze und in die Herzen der Fans gefunden hat, versank Jeff Matt in der Midcard. Es gab nur einen kurzen Moment, aus dem vielleicht eine Karriereschub hätte werden können. Damals verliess Lita ihren Freund Matt Hardy für Edge. Dies war eigentlich ein Ereignis aus dem wahren Leben, wurde aber für eine Wrestlingsstoryline genutzt, um eine Fehde aufzubauen. Doch ärgerlicherweise sprang der Funken nicht über. Während Edge (mit Lita) zum Main Eventer wurde, wurde Matt zum Edel-Jobber. Bis er sich vor einigen Monaten durch äußerst ungeschickte Äußerungen quasi selbst vor die Tür setzte.

Und dieses Sinnbild eines ewigen Midcarders holt TNA. Das ergibt schlicht keinen Sinn. Matt Hardy zieht keine Fans in die Arenen, er verkauft keine T-Shirts und wegen ihm wird niemand einen PPV kaufen. Eine Reunion der Hardy Boys wäre ebenso sinnlos, denn Jeffs Zugkraft würde dadurch verschwendet. Matt hat in über zehn Jahren WWE-Präsenz nicht den finalen Schritt geschafft, er wird mit Mitte 30 sich auch nicht neu erfinden können, daher ist diese Personalie weder eine Investition in die Zukunft noch eine Investition für einen kurzfristigen Erfolg.

Wenn ich über Matt Hardy nachdenke, fällt mir immer nur ein großer Moment ein, bei dem er dummerweise selbst gar nicht anwesend war. Es war beim 2005er PPV "One Night Stand", als Paul Heyman zu Edge folgendes sagte:

"I got two words for you - Matt 'Freaking' Hardy!"

Damit dürfte alles gesagt sein.

22Okt/100

Nachvollziehbar

WWE Inc. hat Matt Hardy entlassen.

Überraschend kam das nicht, machten doch Gerüchte über das Heimschicken von Hardy während zweier Houseshows wegen mangelnder Verfassung die Runde. Zudem provozierte Matt Hardy über Twitter etc. seine Entlassung, indem er sich negativ über die Entwicklung bei WWE Inc. äußerte.

Ich glaube, dass beide Seiten gut mit der Entlassung leben können.

Für Matt Hardy, der seit den 90er Jahren Teil von WWE war, dürfte die Stagnation seiner Karriere ein großes Übel gewesen sein. Gemeinsam mit seinem Bruder Jeff startete er im Tag-Team-Bereich, erst als Jobber, dann als Top-Team um die Jahrhundertwende. Doch als das Team dann logischerweise zerbrach, folgte sein Bruder Jeff den Fußstapfen von Bret Hart, Shawn Michaels, Booker T, Edge oder JBL und wurde über eine starke Karriere im Midcard-Segment zum Main Eventer und zum Champion. Selbst sein unsolider Lebenswandel hinderte ihn nicht, bei WWE und TNA erfolgreich zu sein.

Matt hingegen blieb nur die Rolle des Jim Neidhart, des Marty Jannetty, des Stevie Ray, des Christian oder des Farooq (wobei der Vergleich nur bedingt paßt, da Ron Simmons schon Anfang der 90er seinen großen Run in der WCW hatte). Er blieb zwar bei WWE Inc., schaffte es aber selten über die Undercard hinaus. Lediglich die Einbeziehung seiner privaten Probleme mit Lita und Edge verschafften ihm seine große Storyline. Zuletzt mußte Matt Hardy zusehen, wie junge Talente ganz fix an ihm vorbei gepusht wurden, bestenfalls durfte er sich mal für Leute wie Drew McIntyre oder Sheamus hinlegen.

Kurzum: als Matt Hardy hätte ich auch keine Perspektive mehr bei WWE gesehen.

Für WWE Inc. ist die Entlassung eine klare Sache. Man kann sich in der Öffentlichkeit von seinen Angestellten nicht auf der Nase herumtanzen lassen, egal, wie lange er schon im Unternehmen ist.

Und wenn man die Möglichkeiten von Matt Hardy nach seiner Entlassung sieht, dürfte WWE Inc. auch nicht ganz unzufrieden sein. Will er nicht in der Versenkung verschwinden, muss Matt über kurz oder lang bei TNA anheuern, was WWE nur recht sein dürfte. Schließlich würde dadurch der Fokus der TNA-Storylines auf einen ehemaligen WWE-Midcarder liegen, was schon in den Fällen Christian und Mr. Anderson schon in die Hose ging. Zudem brächte die Verpflichtung von Matt Hardy weitere Unruhe in den TNA-Lockerroom, was vielleicht sogar das ein oder andere Talent von TNA weg treibt.

Ich würde Matt Hardy keine großen Hoffnungen machen wollen, dass seine Wrestlingkarriere nach der Entlassung durch WWE Inc. nun einen neuen Schub bekommt. Zwar wird er kurz im Rampenlicht stehen, aber wie Marty Jannetty oder Stevie Ray wird seine Einzelkarriere wenig erfolgreich bleiben.

26Jan/091

Königliche Gedanken

Einige Gedanken zum noch frischen Royal Rumble 2009:

- Ich hoffe, dass RVDs Rückkehr nicht nur eine einmalige Sache war. Gerade im Hinblick auf die Matcharten bei den nächsten PPVs (Eliminination Chamber, Money in the bank-Match) ist RVDs Wrestlingstil eine Bereicherung für WWE Inc., auch wenn er gestern anfänglich ein wenig Nervosität / Ringrost offenbarte, als ihm bei den Clotheslines zu Beginn seines Auftritts die richtige Distanz fehlte.

- Matt Hardys Turn kam etwas überraschend, ist aber vielleicht eine ganz gute Idee. Ein Brudermatch bei Wrestlemania 25 scheint mir ganz interessant.

- In diesem Zusammenhang ist es genauso überraschend, dass nicht Christian Cage als Gegner von Jeff Hardy in dessen Fehde mit Edge eingriff. Dies war in den Wochen ja überall die gängige Spekulation. Vielleicht wollte Vince McMahon den Internetfans einfach mal wieder ein Schnippchen schlagen. Für mich stellt sich nur die Frage, ob und wie Christian Cage noch für WWE Inc. debütiert.

- Mit Randy Orton als Sieger des Rumbles könnte es durchaus eine spannende Ansetzung zur Wrestlemania geben. John Cena vs. Randy Orton als Main Event würde endgültig einen Generationenwechsel bei WWE Inc. bedeuten.

- Michaels vs. Layfield als Fehde war ja absehbar. Man darf gespannt sein, wie ein Match der beiden etwas angeschlagenen Superstars aussieht.

- Nicht ganz ein Resultat des Rumbles ist die Aussage von Mickey Rourke, er würde bei Wrestlemania 25 gegen Chris Jericho kämpfen. Sogar vom Main Event ist die Rede. Ob ich den Mittfünfziger unbedingt im Ring sehen muss, sehe ich gespalten. Im Film "The Wrestler" möchte ich ihn unbedingt sehen, aber bei der wichtigsten Wrestlingveranstaltung des Jahres sollte er besser eine passive Rolle einnehmen.