Wrestlingblog Subjektives und Spekulatives

10Jan/112

Matt “Freaking” Hardy?!

TNA hat sich einmal mehr als WWE-Resterampe verdingt und beim gestrigen PPV Matt Hardy als Überraschungsgegner für Rob Van Dam präsentiert. Als hätte man nichts aus der Vergangenheit gelernt, gibt man einem etablierten Wrestler, der es in zehn WWE-Jahren nicht geschafft hat, bei den Fans over zu werden, einen Spot in der Promotion, anstatt frische Gesichter einzuführen.

Wie ich schon bei seiner Entlassung geschrieben habe, war Matt der Marty Jannetty der Hardy Boys. Während sein Bruder nach dem Split den Weg zur Spitze und in die Herzen der Fans gefunden hat, versank Jeff Matt in der Midcard. Es gab nur einen kurzen Moment, aus dem vielleicht eine Karriereschub hätte werden können. Damals verliess Lita ihren Freund Matt Hardy für Edge. Dies war eigentlich ein Ereignis aus dem wahren Leben, wurde aber für eine Wrestlingsstoryline genutzt, um eine Fehde aufzubauen. Doch ärgerlicherweise sprang der Funken nicht über. Während Edge (mit Lita) zum Main Eventer wurde, wurde Matt zum Edel-Jobber. Bis er sich vor einigen Monaten durch äußerst ungeschickte Äußerungen quasi selbst vor die Tür setzte.

Und dieses Sinnbild eines ewigen Midcarders holt TNA. Das ergibt schlicht keinen Sinn. Matt Hardy zieht keine Fans in die Arenen, er verkauft keine T-Shirts und wegen ihm wird niemand einen PPV kaufen. Eine Reunion der Hardy Boys wäre ebenso sinnlos, denn Jeffs Zugkraft würde dadurch verschwendet. Matt hat in über zehn Jahren WWE-Präsenz nicht den finalen Schritt geschafft, er wird mit Mitte 30 sich auch nicht neu erfinden können, daher ist diese Personalie weder eine Investition in die Zukunft noch eine Investition für einen kurzfristigen Erfolg.

Wenn ich über Matt Hardy nachdenke, fällt mir immer nur ein großer Moment ein, bei dem er dummerweise selbst gar nicht anwesend war. Es war beim 2005er PPV "One Night Stand", als Paul Heyman zu Edge folgendes sagte:

"I got two words for you - Matt 'Freaking' Hardy!"

Damit dürfte alles gesagt sein.

4Jan/110

Force of January?!

Vor einem Jahr startete das Wrestlingjahr 2010 mit einem Montagskrieg zwischen TNA und WWE. Am 4. Januar 2010 war es eine einmalige Angelegenheit, doch gut zwei Monate später versuchte sich TNA am regelmäßigen Montagsduell - und verlor derart kräftig, das man wenig später wieder zurück auf den Donnerstag wechselte.

Schaut man auf das Jahr 2010 zurück, stellt man etwas erschreckt fest, dass der allgemeine Erfolg des Wrestlings in den USA stagniert. Das scheint schwer begreiflich, gibt es doch mit WWE und TNA gleich zwei starke Promotions, wobei TNA durch das Engagement von Hulk Hogan und Eric Bischoff ganz klar Ambitionen zeigte.

Das Ergebnis von TNA ist ernüchternd. Im Vergleich zum Vorjahr verlor man sogar leicht Zuschauer. Dies ist sicherlich auf die dämliche Entscheidung, während der Road to Wrestlemania direkt gegen RAW anzutreten, zurückzuführen. Aber auch auf dem angestammten Donnerstag waren die Ratings zuletzt nur bedingt erfolgreich, was wohl auf ein sprunghaftes Booking zurückzuführen ist.

Für TNA war 2010 also ein eher verschenktes Jahr, denn ärgerlicherweise setzte man 2010 vornehmend auf etablierte Stars und brachte kaum neue Wrestler ins Rampenlicht. Dummerweise liest man regelmäßig, dass durch die hohen Personalkosten der finanzielle Erfolg ausgeblieben ist, so dass es für TNA keine gute Bilanz zu ziehen gibt.

WWE kann sich sicherlich auch nicht über gute Zahlen freuen. Die Ratings sanken im Vergleich zu den Vorjahren und auch bei den PPV-Zahlen gab es nichts Gutes zu vermelden. Doch immerhin kann WWE auch einiges aus 2010 mitnehmen. Man machte aus der Not eine Tugend und etablierte viele neue Gesichter im Main Event, so dass die langen Ausfälle vieler Wrestler zwar auffielen, aber weitesgehend kompensiert wurde. Vince McMahon darf 2010 zwar nicht als gutes Jahr bezeichnen, aber wenn man es als Investition in die Zukunft auffasst, können die reinen Zahlen in den Hintergrund treten.

So bleibt ein Jahr nach dem Montagskrieg vom 4. Januar 2010 zu vermelden, dass keine der beiden beteiligten Promotions die "Force of January" nutzen konnte, um in 2010 große Erfolge zu erzielen.

Hoffen wir also, dass Wrestling 2011 erfolgreicher wird.

10Nov/100

Neuer Gürtel für Jeff Hardy

Kaum turnt man Jeff Hardy Heel und macht ihn zum Champion, geht man bei TNA her und designt einen neuen Titelgürtel, der bei Impact der Welt vorgestellt wurde.

Ich versuche meinen Eindruck mal positiv zu formulieren: der Titelgürtel hat einen guten Wiedererkennungswert. Er hebt sich durch die Sterne und dem Grunddesign, welches mich irgendwie an das Logo des Ultimate Warriors erinnert, durchaus von vielem im Wrestlinggeschäft befindlichen Titelgürteln ab. Das ist für TNA umso wichtiger, da die Liga eine klare Abgrenzung vom Wettbewerb und Alleinstellungsmerkmale braucht. Ein optisch auffälliger Gürtel kann da durchaus der richtige Schritt sein.

Wenn ich mal weniger positiv an die Sache herangehe, muss ich feststellen, dass der Gürtel, der den höchsten und wichtigsten Titel von TNA repräsentiert, wenig feierlich und etwas trashig aussieht. Ähnlich wie dieser drehende WWE-Titel finde ich dieses sehr verspielte Design mit den Sternen an den Rändern eines wichtigen Titels für unwürdig. Etwas seriöser hätte es schon sein dürfen. Und letztlich bleibt die Frage, ob TNA nicht ganz andere Probleme hat als das Aussehen ihrer Titelgürtel?

Natürlich bleibt auch die spannende Frage, ob dies ein Hardy-only Gürtel ist oder ob zukünftig alle TNA-Champions mit diesem Machwerk herumrennen müssen. Aber das wird die Zeit ja zeigen.

Wie findet Ihr denn diesen Titelgürtel?

22Okt/100

Nachvollziehbar

WWE Inc. hat Matt Hardy entlassen.

Überraschend kam das nicht, machten doch Gerüchte über das Heimschicken von Hardy während zweier Houseshows wegen mangelnder Verfassung die Runde. Zudem provozierte Matt Hardy über Twitter etc. seine Entlassung, indem er sich negativ über die Entwicklung bei WWE Inc. äußerte.

Ich glaube, dass beide Seiten gut mit der Entlassung leben können.

Für Matt Hardy, der seit den 90er Jahren Teil von WWE war, dürfte die Stagnation seiner Karriere ein großes Übel gewesen sein. Gemeinsam mit seinem Bruder Jeff startete er im Tag-Team-Bereich, erst als Jobber, dann als Top-Team um die Jahrhundertwende. Doch als das Team dann logischerweise zerbrach, folgte sein Bruder Jeff den Fußstapfen von Bret Hart, Shawn Michaels, Booker T, Edge oder JBL und wurde über eine starke Karriere im Midcard-Segment zum Main Eventer und zum Champion. Selbst sein unsolider Lebenswandel hinderte ihn nicht, bei WWE und TNA erfolgreich zu sein.

Matt hingegen blieb nur die Rolle des Jim Neidhart, des Marty Jannetty, des Stevie Ray, des Christian oder des Farooq (wobei der Vergleich nur bedingt paßt, da Ron Simmons schon Anfang der 90er seinen großen Run in der WCW hatte). Er blieb zwar bei WWE Inc., schaffte es aber selten über die Undercard hinaus. Lediglich die Einbeziehung seiner privaten Probleme mit Lita und Edge verschafften ihm seine große Storyline. Zuletzt mußte Matt Hardy zusehen, wie junge Talente ganz fix an ihm vorbei gepusht wurden, bestenfalls durfte er sich mal für Leute wie Drew McIntyre oder Sheamus hinlegen.

Kurzum: als Matt Hardy hätte ich auch keine Perspektive mehr bei WWE gesehen.

Für WWE Inc. ist die Entlassung eine klare Sache. Man kann sich in der Öffentlichkeit von seinen Angestellten nicht auf der Nase herumtanzen lassen, egal, wie lange er schon im Unternehmen ist.

Und wenn man die Möglichkeiten von Matt Hardy nach seiner Entlassung sieht, dürfte WWE Inc. auch nicht ganz unzufrieden sein. Will er nicht in der Versenkung verschwinden, muss Matt über kurz oder lang bei TNA anheuern, was WWE nur recht sein dürfte. Schließlich würde dadurch der Fokus der TNA-Storylines auf einen ehemaligen WWE-Midcarder liegen, was schon in den Fällen Christian und Mr. Anderson schon in die Hose ging. Zudem brächte die Verpflichtung von Matt Hardy weitere Unruhe in den TNA-Lockerroom, was vielleicht sogar das ein oder andere Talent von TNA weg treibt.

Ich würde Matt Hardy keine großen Hoffnungen machen wollen, dass seine Wrestlingkarriere nach der Entlassung durch WWE Inc. nun einen neuen Schub bekommt. Zwar wird er kurz im Rampenlicht stehen, aber wie Marty Jannetty oder Stevie Ray wird seine Einzelkarriere wenig erfolgreich bleiben.

24Aug/100

Überschätzt und abgesetzt?!

Ich gestehe: ich halte Rob Van Dam für völlig überschätzt.

Gut, offenbar überschätzt sich RVD selbst auch ein gutes Stück, wenn er sich auf Rockstarniveau sieht und meint, er sei auf einem Level mit Jeff Hardy und der Heilsbringer für TNA. Ich gebe dabei immer zu bedenken, dass RVD sich bei WWE Inc. nie im Main Event festsetzen konnte. Erst als man in Stamford versuchte, den ECW-Zug zu nutzen, durfte er eine ganz kurze Regentschaft als WWE-Champion genießen. Ansonsten war er bei Vince McMahon ein guter Midcarder, mehr nicht. Er ist zwar sicherlich kein schlechter Wrestler und auch durchaus unterhaltsam, aber irgendwie fehlt ihm der letzte Rest zum absoluten Superstar.

Nun hatte RVD seinen Run als TNA-Champion. Man möchte den Kopf schütteln, dass TNA nach Jeff Jarrett, Christian oder Rhino einen weiteren ehemaligen WWE-Midcarder in den Main Event pusht, aber das soll nicht der Punkt sein. Ich will auch nicht darüber streiten, wie sinnig es ist, RVD in sehr kurzer Zeit zum Champion zu machen und ihn sowohl an allen altgedienten TNA-Wrestlern als auch an den ganzen Neuzugängen des vergangenen halben Jahres vorbei an die Spitze zu setzen.

Nein, ich finde es vielmehr verstörend, dass dieser Run für RVD relativ plötzlich abgebrochen wurde und der Titel für vakant erklärt wurde. Mit einem Beatdown erklärte man bei TNA den Titelverlust von "The Whole F´N Show" dem Publikum, auf diversen Newsseiten kann man den wahren Grund nachlesen. Offenbar hat TNA mit Rob Van Dam nur eine begrenzte Zahl an Auftritten vereinbart (was ich übrigens von TNA auch für recht dämlich halte, aber egal..), die sich langsam dem Ende zuneigten. Und statt ihn nun als Upset bei Impact! den Titel verlieren zu lassen, setzt man ihn einfach so als Champion ab und läßt einige Wrestler ein Turnier abhalten, um den neuen Champion auszumachen.

Jedes Mal, wenn ich über TNA schreibe, frage ich mich ernsthaft, welches Kraut die Booker dort rauchen. Vielleicht hat RVD ihnen diesmal einen besonders kräftigen Zug überlassen, aber ohne triftigen Grund den wichtigsten Titel einer Promotion für vakant zu erklären und diesen Zustand offenbar durch ein Turnier noch in die Länge zu ziehen, ist ziemlich bescheuert.

Egal, ob man meine Meinung zu Rob Van Dam teilt oder nicht, als Champion war er das Aushängeschild von TNA. Und auch wenn ich ihn für überschätzt halte, so muss ich ihm zugestehen, dass er im Rahmen seiner Fähigkeiten ein guter TNA-Champion war. Diesen Platz womöglich über Monate vakant zu lassen, ist eine weitere dieser seltsamen Entscheidungen bei TNA, die man nicht nachvollziehen kann.

Für RVD und sein Ego ist dies freilich eine positive Entwicklung, kann er doch dann irgendwann als nie geschlagener Champion zurückkehren und sofort wieder im Main Event mitmischen. Wo er eigentlich nicht hingehört.

7Aug/100

Wrestling auf Twitter

Viele Wrestler sind auf Twitter vertreten, zudem sind die großen Ligen und Newsseiten ebenso mit 140-Zeichen-Nachrichten dabei, Informationen ins Datennirwana des WeltWeitenWahnsinns zu blasen. Auch ich "folge" (ob es dafür wohl einen vernünftigen deutschen Begriff gibt) einigen Wrestlern, die ich in einer Liste zusammengefaßt habe.

Die Liste besteht aus folgenden Personen und Organisationen: Shawn Michaels, Shannon Moore, John Morrison, Tommy Dreamer, Scott Hall, Samoa Joe, Jeremy Borash, Jeff Jarrett, Eric Bischoff, TNA, WWE Wrestling News, WF Germany, James Yun, Matt Hardy, Jeff Hardy, Gregory Helms, Percy Pringle, WWE, Chris Jericho, Bobby Lashley, Ken Anderson, The Sandman, Howard Finkel, Bryan Alvarez, Joey Styles, The Big Show und Kevin Nash.

Einige Wrestler bleiben bei Twitter sehr im On-Air-Charakter, besonders WWE scheint darauf Wert zu legen. Andere, tendenziell eher die TNA-Worker, sind da offener, so dass man manchmal recht interessante Gedanken liest.

Ich kann jedem nur empfehlen, mal einen Blick auf Wrestling bei Twitter zu werfen.

1Aug/100

Nachwuchsarbeit

Während ich ja gerne bei TNA kritisiere, dass man zu sehr auf etablierte Superstars anderer Promotions und vergangener Tage setzt, muss man auch mal WWE Inc. loben.

Wenn man sieht, dass man bei RAW gleich sieben Frischlinge als Nexus in einer Main-Event-Storyline unterbringt, gewann bei den letzten SmackDown-Aufzeichnungen Drew McIntyre den Intercontinental-Champion-Titel von Kofi Kingston. Beide, Kingston und McIntyre, sind noch nicht zu lange im Geschäft. The Miz scheint bei RAW einen Main-Event-Push zu bekommen, gewann er doch beim letzten PPV den Money-in-the-bank-Koffer für RAW. Erfahrungsgemäß bedeutet dies zumindest einen vorübergehenden Push. Der aktuelle WWE-Champion Sheamus feierte dieses Jahr sein Wrestlemania-Debüt, die Tag-Team-Champions David Hart Smith und Tyson Kidd sind auch noch nicht zu lange im Hauptroster. Ihre aktuellen Fehdengegner, The Usos, sind auch gerade frisch in den WWE-Sendungen.

Dazu kommen viele Wrestler, die in den letzten Jahren zum festen Bestandteil der Shows wurden. Man schaue auf Ted DiBiase, CM Punk, Ezekiel Jackson, John Morrison und viele mehr, die WWE Inc. selbst entwickelt hat. Natürlich kann nicht jeder den Weg zur absoluten Spitze gehen, aber für talentierte Wrestler scheint der Marktführer WWE das bessere Pflaster zu sei.

29Jul/100

Extreme Fehler

Sie lernen es nicht.

Bei TNA mußte man schmerzhaft erfahren, dass man mit Altstars wie Hulk Hogan und den Konzepten von Eric Bischoff nicht weiterkommt. Ein Grund für das Scheitern dieses groß aufgezogenen Experiments dürfte neben der starken Konkurrenz das Problem sein, dass dieses Konzept schon in der Vergangenheit gescheitert ist. Die WCW fiel letzten Endes auf die Nase mit dem Versuch, durch eine große Masse an gealterten Stars den Wrestlingmarkt zu erobern. Egal, wie erfolgreich dieses Vorgehen zwischenzeitlich war, unterm Strich scheiterte Eric Bischoff mit seinem Projekt sowohl Ende der 1990er Jahre als auch bei TNA 2010.

Und was lernt TNA daraus? Nichts.

Nachdem die Methoden der WCW die Organisation aus Florida nicht vorwärts gebracht hat, werden nun die Personen und Ideen der ECW ausgegraben. Eine ECW-Invasion ist momentan die große Storyline von TNA, aus dem PPV "Hard Justice" soll "Hardcore Justice" werden und angeblich bemüht man sich auch, Paul Heyman als Verantwortlichen für die Shows zu gewinnen.

Die ECW hatte ihre Glanzpunkte, das steht außer Frage. Doch die Hochzeiten sind nun auch schon über zehn Jahre her, entsprechend alt sind die Akteure von damals (Sandman, Raven, Mick Foley..), teilweise wurden diese von TNA aus dem Ruhestand reaktiviert. Das Altstarskonzept hat ja schon nicht funktioniert, aber um irgendwie die ECW zu repräsentieren, bedarf es halt dieser alten Haudegen.

Auch könnte man von WWE Inc. lernen. Deren Versuch, die ECW wiederzubeleben, funktionierte genau für eine Nacht - der 2005er PPV "One Night Stand" war eine gelungene Nostalgie-Show. Die weiteren Versuche scheiterten kläglich. Die wöchentliche ECW-Show war eine Schande für diesen ruhmreichen Namen und wurde letztlich als Nachwuchsshow genutzt. Aber diese negativen Erfahrungen des wichtigsten Wettbewerbers scheinen TNA nicht zu beeindrucken.

Grundsätzlich muss man auch mal festhalten: unterm Strich ist Paul Heyman mit seiner ECW gescheitert. Die Gründe sind eigentlich egal, Fakt ist aber, dass die ECW 2001 vom Markt verschwunden ist, was man als untrügliches Zeichen sehen sollte, dass dieses Konzept nicht mehr funktionierte. Offenbar gab es nicht genug Interesse am extremen Produkt, um den Fortbestand zu sichern. Das sollte man bedenken, wenn man zehn Jahre später diese Leiche wieder ausgräbt.

Und dann gibt es noch das unschöne Problem, dass TNA weder Namens- noch Bildrechte an der alten ECW hält. Das bedeutet, man muss mit eigenen Bildmaterial auskommen und ansonsten darauf hoffen, dass die Fans die Andeutungen und Referenzen verstehen. Das nimmt der ganzen Storyline schon einiges an Atmosphäre.

Wie auch immer man es wendet: TNA wiederholt erneut die Fehler der Vergangenheit, indem sie gescheiterte Ideen toter Promotions aufgreifen. Das ist im Angesicht des Potentials umso ärgerlicher.

Also werden sie es auf die harte extreme Tour lernen müssen, dass man die Vergangenheit besser ruhen läßt.

4Mai/100

TNA gibt auf

Das war ein kurzes Intermezzo.

Gerade mal knappe zwei Monate hielt TNA den neuen Montagskrieg aus, nun geben Dixie Carter und Co. auf und senden ab der nächsten Woche Impact wieder am Donnerstag. Sicherlich wird auch Spike TV mit Besorgnis die Entwicklung der Rating beobachtet haben. Trotz der zusätzlichen Investition in einen ehemaligen WWE-Midcarder, den man gleich zum TNA-Champion machte, befinden sich die Quoten im Sturzflug, während die Impact-Wiederholungen am Donnerstag durchaus respektable Werte erzielen.

Zwei Gründe mag man als Grund für das Scheitern von TNA am Montag sehen. Da wäre zum einen die Tatsache, dass man durch Ric Flair, Hulk Hogan, Mick Foley, Jeff Jarrett, Sting, Scott Hall, Kevin Nash, Sean Waltman und einigen anderen doch sehr "retro" wirkt. Zwar mag der Zuschauer diese Altstars gerne wiedersehen, doch regelmäßige Shows um und mit diesen Altherren wirken irgendwie deplatziert. Und dann wäre da die Tatsache, dass man für den Start des Montagskriegs eine ganz ungüstige Zeit gewählt hat. Um Wrestlemania herum ist WWE traditionell stark, der einige Zeit nach Wrestlemania stattfinden Draft sorgt noch einmal für einen Interessensschub im WWE-Universum. Dagegen hat man es trotz oder gerade wegen der Altstarpower sehr schwer. Besser wäre es gewesen, im Juni oder Juli die Konfrontation am Montag zu suchen.

Hoffen wir nur, dass dieses Scheitern am Montag nicht TNA im Ganzen schadet.

3Mrz/100

Monday, monday..

Am kommenden Montag wagt TNA den großen Schritt und wird wöchentlich gegen WWEs RAW senden. Ich muss zugeben, dass der Zeitpunkt (8. März) mich überrascht hat. Dass TNA diesen Schritt wagen würde, war mir ja klar, aber dass man dies so schnell durchzieht, scheint mir sehr risikofreudig.

So kurz vor Wrestlemania gegen WWE punkten zu wollen, wird nicht einfach. Fast schon traditionell hat WWE vor dem wichtigsten PPV des Jahres seine Hochphase, in der sich die Show auf den Aufbau des PPVs konzentriert. Die Quoten, aber auch die Qualität der Shows sprechen eine klare Sprache: in diesen Wochen ist WWE am stärksten. Und gegen dieses starke Produkt will TNA head-to-head gehen?

Ich hätte erwartet, dass TNA ein oder zwei Monate nach Wrestlemania das Duell sucht, wenn der Wrestlemania-Schwung abgeklungen ist und WWE wieder im lahmen Trott der letzten Jahre ist. Eine Schwächephase des "Gegners" hätte vielleicht einen einfacheren Einstieg in den permanenten Montagskrieg zur Folge.

Aber gut..

Schwer genug wird es TNA haben. Schon am 8. März will man mit einem Megaknaller wie einem Tag-Team-Match mit Hulk Hogan und Ric Flair die Zuschauer für sich gewinnen. Dass dieses Match eigentlich in einen PPV gehört, wenn man daraus Gewinne ziehen will, ist eigentlich klar. Schon zu WCW-Zeiten machte das Team um Bischoff ähnliche große Zugeständnisse für gute Quoten am Montag. Damals gab man z.B. das Match zwischen dem ungeschlagenen Goldberg und Hulk Hogan an einem beliebigen Montag (den man allerdings quotentechnisch gewinnen konnte) her, anstatt ein großes PPV-Match draus zu machen. Es scheint, TNA ist bereit, die Fehler der WCW für kurzfristige Erfolge zu wiederholen.

Am 4. Januar konnte man ja sehen, wie man bei TNA tickt. In einer großen Popcorn-Show wurden viele Debütanten und Rückkehrer gebracht, die teilweise danach nicht mehr zu sehen waren (Jeff Hardy, Sting). Sicherlich wird man am Montag wieder die ein oder andere Personalie zu bieten haben. Neben Jeff Hardy könnte ich mir Rob Van Dam als Überraschung für die Fans vorstellen. Am 4. Januar hat diese bunte Mischung eine gute Quote gebracht. Danach allerdings kamen Standard-Shows, die quotentechnisch langsam absanken und sich zwar in guten, aber nicht überragenden Regionen einpendelten.

Dummerweise wird es nicht möglich sein, jede Woche ein bunte Mischung mit frischer Starpower zu bieten. Vielmehr wird man ziemlich schnell dazu kommen müssen, "Standard-Shows" abzuliefern, denn man kann nicht alle PPV-Matches bei Impact zeigen und auch nicht jede Woche Stars debütieren lassen. Und wie gesagt: das alles vor dem Hintergrund, dass das WWE-Produkt momentan sehr stark ist.

Ich wünsche TNA alles erdenklich Gute, aber der Schritt in den regelmäßigen Montagskrieg kommt in meinen Augen zu früh.