Königliche Gedanken
Einige Gedanken zum noch frischen Royal Rumble 2009:
- Ich hoffe, dass RVDs Rückkehr nicht nur eine einmalige Sache war. Gerade im Hinblick auf die Matcharten bei den nächsten PPVs (Eliminination Chamber, Money in the bank-Match) ist RVDs Wrestlingstil eine Bereicherung für WWE Inc., auch wenn er gestern anfänglich ein wenig Nervosität / Ringrost offenbarte, als ihm bei den Clotheslines zu Beginn seines Auftritts die richtige Distanz fehlte.
- Matt Hardys Turn kam etwas überraschend, ist aber vielleicht eine ganz gute Idee. Ein Brudermatch bei Wrestlemania 25 scheint mir ganz interessant.
- In diesem Zusammenhang ist es genauso überraschend, dass nicht Christian Cage als Gegner von Jeff Hardy in dessen Fehde mit Edge eingriff. Dies war in den Wochen ja überall die gängige Spekulation. Vielleicht wollte Vince McMahon den Internetfans einfach mal wieder ein Schnippchen schlagen. Für mich stellt sich nur die Frage, ob und wie Christian Cage noch für WWE Inc. debütiert.
- Mit Randy Orton als Sieger des Rumbles könnte es durchaus eine spannende Ansetzung zur Wrestlemania geben. John Cena vs. Randy Orton als Main Event würde endgültig einen Generationenwechsel bei WWE Inc. bedeuten.
- Michaels vs. Layfield als Fehde war ja absehbar. Man darf gespannt sein, wie ein Match der beiden etwas angeschlagenen Superstars aussieht.
- Nicht ganz ein Resultat des Rumbles ist die Aussage von Mickey Rourke, er würde bei Wrestlemania 25 gegen Chris Jericho kämpfen. Sogar vom Main Event ist die Rede. Ob ich den Mittfünfziger unbedingt im Ring sehen muss, sehe ich gespalten. Im Film "The Wrestler" möchte ich ihn unbedingt sehen, aber bei der wichtigsten Wrestlingveranstaltung des Jahres sollte er besser eine passive Rolle einnehmen.
Wrestlemania X im Rückblick
Ich habe heute mal wieder "Wrestlemania X" geschaut. 15 Jahre sind eine recht lange Zeit und etwas melancholisch wird man im Angesicht des Schicksals vieler Beteiligter.
In den 15 Jahren sind gleich sechs der 22 Teilnehmer (Wrestler und Special Referees) der zehnten Wrestlemania verstorben: Yokozuna, Earthquake, Crush, Bam Bam Bigelow, Mr. Perfect und natürlich Owen Hart.
Dazu kommt natürlich das traurige Schicksal vieler anderer Beteiligter: Lex Luger, Bret Hart, Adam Bomb, Rowdy Roddy Piper und Scott Hall mußten ihren aktiven Wrestlingkarrieren Tribut zollen. Sie sind nur noch ein Schatten ihrer guten Tage.
Ich fürchte nur, dass ich in 15 Jahren eine ähnlich erschreckende Bilanz hinsichtlich Wrestlemania 25 ziehen muss.
Wrestlemania-Gedanken -2-
Der Jahreswechsel steht kurz bevor, so langsam werden auch bei WWE Inc. die Weichen für Wrestlemania gestellt. Spätestens nach dem Royal Rumble wird der Fokus auf den wichtigsten Storylines für WM25 liegen. Dann werden wir sehen, welche Gerüchte wahr werden und welche Hirngespinste bleiben.
Aber vielleicht darf man kurz vor Weihnachten mal einen Wrestlemania-Wunschzettel in Form von Foderungen abgeben..
1. Nehmt Randy Savage in die Hall of Fame auf. Und am besten den Ultimate Warrior gleich dazu.
2. Findet eine schöne Mischung aus Attraktionen der Vergangenheit und der Gegenwart. Ein paar "Altstars" wie Hulk Hogan, Steve Austin oder The Rock bei Wrestlemania zu sehen, wäre eine feine Sache. Natürlich muss das ganze im Rahmen bleiben, denn wrestlerisch wären die genannten Personen wohl weniger eine Attraktion. Aber Star-Power täte Wrestlemania gut, schließlich sollte dieser PPV sich von allen anderen deutlich absetzen.
3. Baut neue Stars auf. Ich möchte nicht schon wieder einen WM-Main-Event mit dem Undertaker, Triple H oder John Cena sehen. Neue Gesichter braucht das Land. Und welche Show wäre geeigneter, neue Wrestler over zu bringen, als Wrestlemania?! Ich denke da an CM Punk, MVP oder auch Kofi Kingston.
4. Überrascht die Fans. In den letzten Jahren wurde neue Storylines oder Wrestler meistens am Tag nach Wrestlemania bei RAW eingeführt. Ich fände es schöner, wenn schon bei WM das Debüt eines neuen Superstars oder Comebackers über die Bühne ginge.
Aber wie ich mein Glück kenne, macht WWE Inc. genau das Gegenteil von dem, was ich mir wünsche..
Wrestlemania-Gedanken
Ein gutes halbes Jahr ist es noch hin bis Wrestlemania 25, dann steigt die wichtigste Show des Jahres 2009. Die fünfundzwanzigste Ausgabe wird als Jubiläumsshow sicherlich viele Erwartungen wecken, so auch meine.
Ich denke, diese besondere Ausgabe sollte eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen. So macht es sicherlich Sinn, alte Stars und auslaufende Modelle noch einmal ins Rampenlicht zu stellen, während gleichzeitig aufstrebende Wrestler an die Front gestellt werden müssen.
So könnte ich mir die allseits diskutierten Hulk Hogan und Steve Austin gut bei WM25 vorstellen. Doch wäre es vielleicht nicht so gut, die beiden Egomanen gegeneinander antreten zu lassen. Besser scheint es mir, beide gegen aktive Wrestler in den Ring zu schieben, damit der Ringrost der alten Herren nicht so ins Gewicht fällt. Ein Tag-Team-Match der beiden Legenden gegen ein aktuelles Team wäre auch denkbar.
Es bleibt die Frage, wer aus dem aktuellen Kader nach vorne gepusht werden könnte. Randy Orton wäre ein Kandidat für einen Riesenpush, CM Punk böte sich nach seinem ordentlichen Run als Champion an. Wrestler wie Kofi Kingston oder MVP könnten WM25 ebenfalls als Sprungbrett nehmen.
Nur an einem Faktum habe ich keinen Zweifel: der Undertaker wird seine Siegesserie bei Wrestlemania fortsetzen.
Wrestlemania-Fallout: Kane
Seit Glen Jacobs in der WWE nach den desaströsen Gimmicks eines Zahnarztes bzw. des Fake-Diesels zum (Storyline-)Bruder des Undertakers wurde, ist er zur festen Institution im McMahon-Imperium geworden.
Gut, das Gimmick des "Big Red Machine" hat in den gut zehn Jahren, die es Glen Jacobs schon begleitet, auch einige Tiefen durchgemacht. Im Gegensatz zum Undertaker wurde Kane phasenweise als eher lustige Figur dargestellt. Ich erinnere mich an die Zeit um Wrestlemania 18, als Kanes Promos richtig amüsant, aber der Figur absolut unangemessen waren. Auch die geschmacklose Katie-Vick-Geschichte, die in der Demaskierung Kanes endete, ist mir noch negativ im Kopf geblieben.
Nun ist das Kane-Gimmick aber wieder halbwegs ernst und glaubhaft. Die Demaskierung hat zwar keinen optischen Fortschritt gebracht, aber so konnte Kane schließlich sogar einen Film drehen ("See No Evil"). Und seit Wrestlemania 24 ist Kane Titelträger der ECW.
Für Kane ist dies eine besondere Chance und Aufgabe. Jacobs wird bald 41, seine große Zeit im Wrestling dürfte abgelaufen sein. Ich sehe keine ernsthafte Chance für die Figur Kane, in näherer oder mittlerer Zukunft einen der beiden "großen" Titel noch einmal zu erringen, auch die Main Events der Hauptshows sind momentan gut gefüllt. Und da Kane es bis auf eine sehr kurze Regentschaft im Juni 1998 auch nie bis ganz an die Spitze geschafft hat, bleibt auf diesem Gebiet keine Besserung zu erwarten.
Also bleibt nur die Farmliga ECW, wo er die Chance hat, sein umfangreiches Wissen als Champion und Lockerroom-Leader an junge Talente weiterzugeben. Er hat nun die Möglichkeit, z.B. einem aufstrebenden Superstar wie CM Punk (alternativ auch John Morrison oder Elijah Burke) noch einiges mit auf den Weg zu geben, bevor dieser ihn beim Aufstieg der Karriereleiter hinter sich läßt.
Diese Rolle war eigentlich vor knapper Jahresfrist dem verstorbenen Chris Benoit schon zugedacht, der ebenfalls als absteigender Superstar sein Wissen in der ECW weitergeben sollte. Nun also wird diese Position mit Kane besetzt, was ich für eine gute Wahl halte.
Zwar sind Jacobs Fähigkeiten im Ring limitiert, aber er besitzt ein gewisses Charisma, Glaubwürdigkeit, Erfahrung und eine gute Fanbasis. All das kann ihm helfen, die Fackel an andere Wrestler weiterzugeben.
Wrestlemania 24 war also für Kane der Anfang vom Ende, das Einläuten der Schlußrunde, der Beginn einer würdigen Abschiedstournee.
Wrestlemania-Fallout: CM Punk
Wrestlemania 24 brachte nicht nur das Ende der illustren Karriere des Ric Flair. Wo immer etwas endet, muss auch etwas neues beginnen und so gewann CM Punk etwas überraschend das "Money in the Bank"-Match. Ich persönlich hatte ja mit Mr. Kennedy gerechnet, um an die durch dessen Verletzung beendeten Storylines des vergangen Jahres anzuknüpfen.
Nun hält also CM Punk diesen sagenumwogenen Koffern, dessen Einlösung für ein Titelmatch bisher immer zu einem Titelwechsel führte. Ein gutes Omen für den Straight-Edge-Superstar, sofern ihn nicht Mr. Kennedys Schicksal ereilt und er den Koffer vor einer möglichen Einlösung verliert.
Die nächsten Monate werden entscheidend für CM Punks weitere WWE-Karriere sein. Seine Beliebtheit bei den Fans ist sehr groß, seine Fähigkeiten sind auch unbestritten und doch hatte ich in den letzten anderthalb Jahren immer den Eindruck, als würde CM Punk etwas unten gehalten. Klar, er konnte den ECW Title für einige Zeit halten, aber spätestens seit Paul Heymans Abgang ist die ECW nur eine bessere Farmliga der WWE, deren TV-Zeit inzwischen mehr von RAW- und Smackdown-Wrestlern genutzt wird. Deshalb wäre ein erster Schritt zur Aufwertung des Charakters CM Punk ein Wechsel zu RAW oder Smackdown. Versauert er mit dem Geldkoffer in der ECW, wird ihm der Wrestlemania-Sieg nichts gebracht haben.
Dann bliebe die Frage, auf welchen Titel er seinen Titleshot einlösen darf. Als Fan sähe man sicherlich gerne, wenn er einen der beiden großen Titel anvisiert, doch glaube ich nicht, dass CM Punk schon ein echter Headliner ist. Nein, die Ansprüche müssen niedriger sein. Ein Gewinn des IC- oder US-Titels wäre der richtige nächste Schritt auf dem Weg des Punksters nach ganz oben. Eine schöne Fehde gegen einen talentierten Gegner wie Chris Jericho, MVP oder meinetwegen auch gegen JBL könnten CM Punk mehr helfen als ein kurzer Riesenpush, der ganz schnell endet. Etablierung in einer der beiden Hauptshows sowie ein gutes Programm um einen der "kleineren" Titel wären in meinen Augen das wichtiges Ziel, welches mit dem gewonnen Geldkoffer verfolgt werden sollte.
Ich bin gespannt, ob die Booker der WWE mit CM Punks Wrestlemania-Sieg ein langfristiges Ziel verfolgen und so einen Wrestler weiter aufbauen wollen. Ehrlich gesagt habe ich meine Zweifel daran, denn rein optisch paßt CM Punk nicht ganz in die Reihe der etablierten Superstars, der bisherige Umgang mit seinem Charakter läßt viele Fragen offen.
Es werden spannende Monate für CM Punk.
Ric Flair auf der Zielgeraden
Die Karriere des Ric Flair neigt sich dem Ende zu.
Okay, dieser Satz wäre auch vor zehn oder fünfzehn Jahren aktuell gewesen, aber nun scheint der Nature Boy sich wirklich bald aus dem Ring verabschieden zu wollen bzw. zu müssen. Die letzte große Frage dürfte sein, wie der Abgang des sechszehnfachen World Champions über die Bühne gehen wird.
Am Sonntag bei Wrestlemania 24 wird er ein Karrierematch gegen Shawn Michaels bestreiten, wobei inzwischen fast alle Experten davon ausgehen, dass dieses unabhängig vom Ausgang das letzte Match von Ric Flair als aktiver Wrestler sein wird. Ein Sieg von HBK dürfte das endgültige Ende ohne Wenn und Aber sein, während man bei einem Sieg von Ric Flair noch über eine kleine Fortsetzung nachdenken könnte. So wünschen sich sicherlich nicht wenige, dass Ric Flair bei Wrestlemania als Sieger den Ring verlassen darf, um seine Karriere mit einem Titelmatch im Main Event eines PPVs zu beenden.
Aber eigentlich hätte ich mir einen anderen Abgang von Ric Flair aus dem Business gewünscht. Damals, 2001 in Panama City, wäre ein guter Zeitpunkt für den Abschied gewesen, allerdings war der Aufbau des letzten Nitro-Matches zu kurz, um ein würdiger Abschluss zu sein. Der Gegner war allerdings damals schon genau der richtige Gegner zum Ende dieser ruhmreichen Karriere. Da Sting und Flair großartige Fehden und Matches verbinden und beide tragende Figuren der NWA/WCW-Zeit waren, hätte diese Kombination in meinen Augen gut gepaßt. Ich hoffte, dass WWE Inc. Sting vielleicht für ein One-Night-Only-Match gegen Flair überreden könnte, wurde aber spätestens bei Stings TNA-Engagement enttäuscht. Ein wenig Hoffnung kam wieder auf, als Sting Ende 2007 aus den TNA-Shows herausgeschrieben wurde und gleichzeitig Flairs letzte Fehde startete. Naja, heute Nacht kehrt der Stinger in den sechseckigen TNA-Ring zurück. Somit wird Flair also seinen Abschied nicht gegen einen seiner wichtigsten Gegner feiern.
Nun wird es also auf Shawn Michaels als letzten Gegner herauslaufen, es sei denn, WWE Inc. nimmt oben erwähnte Wendung auf, um Flairs Abgang finanziell besser auszuschlachten. Denn machen wir uns nichts vor: das letzte Match eines der wichtigsten Wrestler aller Zeiten irgendwo im Niemandsland einer Wrestlemania-Card ist irgendwie unpassend. Sicherlich könnten Michaels und Flair den anderen Matches die Show stehlen, aber gerade im Vorfeld standen noch die Titelkämpfe und Big Show vs. Mayweather im Mittelpunkt. Das ist verständlich, ist aber wirklich schade, weil der Nature Boy so ein wenig in den Hintergrund gerät, wenn er doch im Spotlight stehen sollte.
Wie auch immer Flair Karriere nun endet: es wird sicherlich ein bewegender Moment.